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Bei Ello sollen die Nutzer keine Ware sein

 

 

Ello-Logo

Ello ist ein neues soziales Netzwerk, von dem man in den letzten Tagen immer wieder mal etwas im Netz gelesen hat. Das Besondere ist deren Manifest, in dem die Macher verkünden, dass die Nutzer dort keine "Ware" sein sollen. Das Netzwerk soll werbefrei bleiben und Tranparenz wird groß geschrieben. Die Nutzer sollen Herr über ihre eigenen Daten bleiben.

Als Geschäftsmodell stellt sich Ello vor, irgendwann besondere Features und Funktionen als In-App-Käufe an die Nutzer zu verkaufen, die Grundfunktionen sollen jedoch kosten- und werbefrei immer genutzt werden können.

Das Netzwerk befindet sich zur Zeit in einer geschlossenen Beta-Phase, man kann nur beitreten, wenn man eine Einladung bekommt. Dank Robert habe ich eine solche bekommen und bin also ab sofort dort auch unter https://ello.co/dermario zu finden.

Die Funktionen sind noch sehr überschaubar, die Entwickler versprechen jedoch viele neue Features in den nächsten Tagen. Momentan fühlt man sich wie bei Twitter vor 6 Jahren. ;-) Die Website hakt hier und da noch, heute lies sich zum Beispiel in der mobilen Ansicht der Seite nichts mehr posten, das wurde jedoch inzwischen behoben.

Ich finde den Ansatz sehr interessant und wenn das Geschäftsmodell aufgeht, hat man hier sicher ein soziales Netzwerk ohne Schnick-Schnack mit den wichtigsten Funktionen, bei dem man ausserdem (eventuell) nicht seine Seele verkaufen muss. Ich bin sehr gespannt, was da in Zukunft noch so kommt.

Wer gerne eine Einladung möchte, um Ello selbst mal auszuprobieren, kann hier einen Kommentar mit seiner echten Mailadresse hinterlassen, ich sende dann einen Invite in der Reihenfolge des Eingangs zu.

Facebook zeigt uns nur was Facebook will

 

 

Facebook-Logo

Heute ging erneut ein kleiner Sturm der Entrüstung durch das Internet. Facebook hat wohl zum Zweck einer Studie den Newsstream von über 600.000 Nutzern manipuliert. So kam eine Gruppe vorwiegend positive, die andere Gruppe negative Nachrichten in den Stream gespielt. Man wollte erforschen, ob sich die empfangenen Botschaften auch auf die Stimmung und die gesendeten Posts der "Probanden" auswirken. Weitere Einzelheiten kann man z.B. bei Caschy auf Stadt-Bremerhaven nachlesen.

Ein Teil des Internets ist empört, der andere Teil hat die übliche "das-haben-wir-doch-eh-schon-immer-gewusst" - Haltung. Man muss sich über eines im klaren sein. Wir alle nutzen Facebook kostenlos, also ohne dafür Geld zu bezahlen. Wir haben eigentlich keinerlei Anspruch auf die Leistung, die wir da erhalten.

Also wird Facebook uns immer nur den Kontent geben, den es für richtig hält. Das muss noch nicht mal zum Nachteil des Benutzers gemeint sein. Durch eine geschickte Auswahl von Posts fühlen wir uns wohl, heimelig, ... sicher. Weil nichts unerwartetes passiert.

Die Kontrolle über die Inhalte in Facebook ist eine Illusion. Auch wenn wir zwischen Haupt- und neueste Nachrichten umschalten können, wenn wir über Listen vermeintlich alle Posts der Listenmitglieder sehen. Ob das so ist, können wir nie mit Sicherheit sagen.

Unser Gehirn filtert permanent unwichtige und bekannte Dinge aus unserer Wahrnehmung aus, ohne dass wir das bewusst steuern können. Bei Facebook tut das Facebook für uns, ebenfalls ohne Kontrollmöglichkeit für uns. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn wir aber Dienste wie Facebook nutzen, sollten wir uns dessen immer bewusst sein.

Update:

Gerade habe ich noch einen interessanten Link über Twitter herein bekommen:

Der Artikel von Lars Fischer beleuchtet vor allem die ethischen Aspekte des Experiments, das Facebook ohne Wissen der Benutzer durchgeführt hat.

Kinder und Smartphones - Kontrolle vs. Vertrauen

Heute hat Mirko Lange auf Google+ eine Frage gepostet. Er sucht nach einer App, um die Smartphones seiner Kinder kontrollieren und ggf. einschränken zu können. Die Diskussion auf diese Anfrage war teilweise recht heftig. Da kamen Vorwürfe von Stasi-Methoden und Überwachungswahn und der allgemeine Tenor scheint zu sein, die Smartphone-Nutzung bei Kindern müsse allein auf Vertrauen basieren, ansonsten hat man in der Erziehung sowieso versagt.

Nun weiß ich nicht, welche der Kommentatoren selbst schon Kinder haben. Meine beiden sind noch ein wenig zu jung für Smartphones, aber es wird wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis die ersten Wünsche dahin gehend an mich heran getragen werden. Angesichts der obigen Diskussion habe ich mir so meine Gedanken gemacht, ob und wie ich bei meinen Kindern mit dem Thema umgehen werde, hier ein paar Gedanken dazu.

Nutzung wann, wo und wie lange

Mit einem Smartphone ist man immer online und die Versuchung ist groß, immer und überall mal schnell Mails zu checken, bei Facebook oder Twitter reinzuschauen oder mal eben ein Spiel zu zocken (wir kennen das von uns...). Viele Schulen haben damit bereits große Probleme und vielerorts sind Handys/Smartphones auf dem Schulgelände mittlerweile auch verboten. Ist das Kind bei den Hausaufgaben zu sehr abgelenkt, wenn nebenbei das Handy dauernd Aufmerksamkeit fordert? Bekommt das Kind genug Schlaf oder wird unter der Bettdecke noch bis spät in die Nacht gechattet?

Die Frage ist, wie weit das Kind selbst kontrollieren kann, wie oft, wo und wie lange es das Smartphone nutzt.

Vertrauen

Wenn Eltern mich fragen, ob sie ihre Kinder in sozialen Netzen oder allgemein im Internet allein und ohne Kontrolle agieren lassen sollen, ist meine Antwort meist diese: "Ihr habt euren Kindern irgendwann mal beigebracht, im Straßenverkehr zurecht zu kommen. Wenn das Kind heute aus dem Haus geht, kontrolliert ihr dann, ob es beim Straße überqueren auch nach links und rechts schaut? Ob es an einer roten Fußgängerampel auch stehenbleibt?"

Wenn die Kinder vorbereitet sind und von den Eltern oder wem auch immer einen vernünftigen Umgang mit dem Medium erfahren haben, sollten sie auch eigenverantwortlich damit umgehen können. Neben dem "Vertrauen" hat das auch eine Menge mit "zutrauen" zu tun.

Kontrolle

Jedes Kind ist verschieden und eigentlich wissen die Eltern am besten, was sie ihren eigenen Kindern zutrauen können, denn sie sollten diejenigen sein, die ihre Kinder am besten kennen und einschätzen können. Und ja, es kann auch Kinder geben, die man in gewissem Maße kontrollieren muss, bis sie die nötige Reife haben, um allein und völlig unabhängig zu agieren. In diesen Fällen von "Stasi-Methoden" oder Einschränkung der Rechte des Kindes zu sprechen, finde ich dann schon etwas überzogen, zumal von Personen, die die Kinder nicht kennen und vielleicht noch keine eigenen Erfahrungen mit eigenen Kindern gemacht haben.

Mein Fazit

Wichtig ist aber vor allem die Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kindern. Und, dass man miteinander redet und versucht, Lösungen und Regelungen für einen vernünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem "Medium" Smartphone zu finden.

Eltern müssen sich aber auch ihrer Machtposition bewusst sein und vermeiden, diese Machtposition willkürlich  und eventuell ungerecht (aus) zu nutzen.

Ich selbst habe einen groben Plan, wie ich bei meinen Kindern mit dem Thema umgehen werde. Ob es sich so umsetzen lässt, wird die Zeit zeigen.

Wie seht ihr das? Habt ihr das "Problem" schon bei euren Kindern? Wie sind eure Lösungsansätze?


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