Sicherheitshinweis: Nutzer von KDE Neon sollten ihre Installation aktualisieren oder neu aufsetzen

Neon-Logo

KDE Neon ist eine Distribution, die es sich zum Ziel setzt, immer die aktuellste Version und Features der Desktopumgebung KDE auszuliefern. Als Basis wird jeweils das aktuelle Ubuntu LTS verwendet.

In einem Security Advisory wird jetzt darauf hingewiesen, dass das Paketarchiv der Distribution falsch konfiguriert war und deshalb jeder beliebig Pakete in das Archiv hochladen konnte. Daraufhin wurde das Archiv komplett gelöscht und neu aufgesetzt. Nutzer, die KDE-Neon vor dem 10.11.2016 16:00 UTC installiert haben, sollten zumindest ein Upgrade ihrer Installation durchführen, alle Pakete haben höhere Versionsnummern bekommen. Am sichersten dürfte jedoch eine Neuinstallation sein, da man nicht weiß, ob eventuell Schadsoftware oder anders manipulierte Pakete in das alte Archiv eingespielt wurden.

(Quelle: Softpedia)

Kubuntu 16.10 erschienen

Kubuntu Yakkety Yak LogoZusammen mit der "Mutterdistribution" ist auch die KDE-Variante von Ubuntu auf die neue Version 16.10 "Yakkety Yak" aktualisiert worden.

Aufregende Neuigkeiten gibt es nicht. KDE Plasma wurde auf die Version 5.7.5 aktualisiert, die Applications auf die Version 16.04.3. Optisch und von der Bedienung ändert sich für Nutzer, die bereits auf KDE5 arbeiten also nicht besonders viel. Hier dürften eher kleine kosmetische Verbesserungen und Fehlerkorrekturen erfolgt sein. Der aktuelle Firefox 49 ist ebenso enthalten wie LibreOffice in der Version 5.2. Mehr Details gibt es in den offiziellen Release-Notes.

Kubuntu 16.10 Screenshot

Kubuntu 16.10 kann auf der Projektseite heruntergeladen werden, bestehende Installationen können über den integrierten Updatemechanismus aktualisiert werden. Hierbei ist zu beachten, dass Versionsupdates über mehrere Versionen nicht unterstützt werden und eventuell nicht korrekt funktionieren. Hier ist also eine Sicherung der Daten und eine Neuinstallation die bessere Variante.

Ich selbst werde auf meinem Produktivsystem auf der LTS-Version 16.04 bleiben. Wie ist das bei euch, wenn ihr ein Ubuntu-Derivat nutzt: Nehmt ihr immer die aktuelle Version oder setzt ihr auf die LTS-Variante?

Twitterclient Choqok in Version 1.6 erschienen

Choqok Screenshot

Choqok ist ein komfortabler Microblogging-Client für KDE unter Linux. Der Client ist nun in der neuen Version 1.6 erschienen und hat einige Neuerungen und Erweiterungen zu bieten. Die Optik wurde an das aktuelle KDE5-Theme angepasst.

Neben Twitter werden Friendica, GnuSocial, Pump.io und Open Collaboration als soziale Netzwerke unterstützt, so dann man auch gleichzeitig mehrere Netzwerke und Accounts bedienen kann.

In der Version 1.6 sind für Twitter folgende Neuerungen implementiert:

  • Beim Senden einer Direktnachricht kann der Empfänger aus einer Followerliste per Dropdown gewählt werden.
  • Die Aufhebung des Zeichenlimits bei Direktnachrichten wurde umgesetzt.
  • Zitierte Retweets werden korrekt angezeigt.

Eine komplette Liste der Änderungen findet man über den offiziellen Blogeintrag zur neuen Version. Dort findet ihr auch die Downloadmöglichkeiten. Für Kubuntu-Nutzer gibt es auch ein PPA, über dass die neue Version bequem per Paketverwaltung aktualisiert werden kann.

Happy Tweeting.

Kubuntu Upgrade von 14.04 auf 16.04

Auf meinem privaten Rechner verrichtet ja bekanntlich Kubuntu seinen Dienst, also die Ubuntu-Variante mit KDE als Desktopsystem. Bislang in der LTS-Version 14.04. Diese Version ist ja mittlerweile auch schon über zwei Jahre alt, hätte aber theoretisch noch weitere drei Jahre regulären Support. Trotzdem hatte ich mir vorgenommen, nach erscheinen des nächsten LTS Release mein System darauf zu aktualisieren.

Die Upgrade-Strategie von Ubuntu/Kubuntu sieht vor, dass Nutzer der LTS-Versionen ein Upgrade auf das nächste LTS nicht sofort angeboten bekommen. Nach Erscheinen der 16.04 im April diesen Jahres durfte die Version noch ein paar Monate reifen und die gröbsten Fehler dürften inzwischen behoben sein. Vor knapp zwei Wochen erschien dann die erste aktualisierte Version 16.04.1, die nun auch für ein Upgrade von 14.04 angeboten wird.

Nun ist dass immer so eine Sache, ein zwei Jahre lang gewachsenes System über ein Upgrade zu aktualisieren. Das kann klappen, muss es aber nicht. ;-) Im Zweifel ist es also sicherer, seine Daten zu sichern, eine Neuinstallation durchzuführen, die benötigten Programme zu installieren und die Daten zurück zu sichern. Ich bin aber zu faul, die ganze Software neu zu installieren und generell wollte ich einfach mal sehen, wie zuverlässig so ein Upgrade läuft. Im Notfall wäre immer noch die Option der zuerst genannten Variante gewesen.

Also startete ich das Upgrade über die Kommandozeile mit dem Befehl:

sudo do-release-upgrade

Beim Upgrade sollte man von Zeit zu Zeit mal auf das Terminal schauen, da es sein kann, dass Eingaben erforderlich sind. So wurden bei mir einige geänderte Konfigurationsdateien angezeigt, bei denen ich wählen konnte, ob ich meine Version behalten möchten oder die Version des Paketmanagers nutzen will. Ohne eine Eingabe hängt der Upgradeprozess an diesen Stellen und geht nicht weiter. Ist der Prozess (hoffentlich) problemlos durchgelaufen, ist auf jeden Fall ein Neustart des Systems notwendig.

Nach dem Neustart erwartet einen dann die offensichtlichste und größte Änderung beim Sprung von 14.04 auf 16.04. Die KDE-Umgebung ist von KDE4 auf KDE5 aktualisiert und das ist, wenn man jahrelang mit KDE4 gearbeitet hat, schon allein eine riesige optische Änderung. Die neue Flat-Optik - die ja momentan überall Einzug hält - ist natürlich nicht jedermanns Geschmack und wird seit dem Erscheinen von KDE5 ja schon rege diskutiert. Ich hatte KDE5 schon seit einiger Zeit in einer virtuellen Maschine getestet und war daher nicht mehr so "geschockt", als wenn ich das nach dem Upgrade zum ersten mal gesehen hätte. :-)

Kubuntu 16.04 Screenshot

Nach dem Neustart sorgt noch ein

sudo apt-get autoremove

auf der Befehlszeile dafür, dass nicht mehr benötigte Pakete vom Rechner entfernt werden. Zu beachten ist noch, dass fremde Paketquellen beim Upgrade deaktiviert werden. Das sind bei mir zum Beispiel Quellen für Google Chrome, Spotify Client und das Devolo DLan-Tool. Diese muss man also nach dem Upgrade wieder aktivieren, damit man weiterhin Updates für diese Programme erhält.

Alles in allem hat das Upgrade bei mir gut funktioniert, es gab nur ein paar kleinere Probleme.

Probleme nach dem Upgrade

Neuindizierung

Kurz nach ersten Reboot stellt ich fest, dass das System extrem langsam wurde und teilweise keine Eingaben oder Klicks mit der Maus mehr möglich waren. Außerdem zeigte die Festplatte "Dauerfeuer". Ein wenig Suche im System zeigte, dass nach dem Upgrade eine Neuindizierung der Dateien für die Desktopsuche angestossen wurde, die das System ziemlich lahmlegte. Das ganze legte sich tatsächlich erst so nach 6 Stunden, hier ist also etwas Geduld gefragt.

Virtualbox

Ich nutze zur Virtualisierung das Tool Virtualbox. Dieses wurde mit dem Upgrade auf die neue Majorversion 5 aktualisiert. Das Upgrade scheiterte allerdings an fehlerhaften Abhängigkeiten bei der Konfiguration der Pakete. Hier half letztendlich nur, Virtualbox einmal zu deinstallieren und neu zu installieren. Hierbei ist es wichtig, alle Pakete die unter

dpkg -l virtualbox*

angezeigt werden, mit

apt-get purge [paketname]

zu löschen. Nach der Neuinstallation kann man dann seine bestehenden virtuellen Maschinen wieder hinzufügen.

Drucker

Ich nutze einen relativ alten HP-Laserdrucker, der über den proprietären GDI-Treiber von HP angesprochen werden muss. Dieser Drucker weigerte sich nach Upgrade, irgendetwas zu drucken. Hier musste ich den Treiber über den Befehl

sudo hp-setup

nochmal neu downloaden und installieren. Danach druckte es auch wieder. :-)

Fazit: Positiver Eindruck

Nachdem ich jetzt ein paar Tage mit Kubuntu 16.04 gearbeitet habe, gefällt mir das System mittlerweile sehr gut. An die neue Optik habe ich mich inzwischen auch gewöhnt. Das Upgrade lief erfreulich problemlos und die aufgetretenen Fehler liessen sich schnell beheben. Wenn man sein Kubuntu 14.04 also nicht zu sehr "zerkonfiguriert" hat, kann man also über die Upgrade-Funktion relativ bequem auf die neue LTS aktualisieren. Natürlich ist ein vorheriges Backup der persönlichen Daten Pflicht.

RPi-Projekt Twitternde Webcam: Wechsel der Wetter-API

Ich hab es irgendwie nicht mitgeschnitten, aber als ich damals im Projekt die Wetter-API von worldweatheronline.com implementiert habe, dachte ich noch, es gäbe eine kostenlose Variante der API. Komischerweise ist das auch immer noch auf der Webseite in den FAQs so zu lesen. Allerdings bemerkte ich jetzt nach dem Ablauf des Testzeitraums für den Premium-Zugriff, dass ich nirgends auf die freie Version der API wechseln konnte. Ein weinig Googlen brachte mich dann auf einen Facebook-Post von WorldWeatherOnline, in dem angekündigt wurde, dass es ab April keine neuen kostenlosen Accounts mehr gibt. Also kurz bevor ich meinen Account erstellt hatte. :-(

Ok, also habe ich mich mal im Netz nach einer kostenlosen Alternative umgesehen und mit bei OpenWeatherMap hängen geblieben. Dort wird eine einfache kostenlose API angeboten, mit der ich die momentanen Wetterdaten und einige grundlegende Vorhersagen abrufen kann. Reicht mir völlig.

Das momentane Wetter ruft man über die URL

http://api.openweathermap.org/data/2.5/weather?id=2803564&units=metric&appid=[DeinApiKey]

auf.

Die Antwort als JSON-Objekt ist recht simpel:

{"coord":
{"lon":145.77,"lat":-16.92},
"weather":[{"id":803,"main":"Clouds","description":"broken clouds","icon":"04n"}],
"base":"cmc stations",
"main":{"temp":293.25,"pressure":1019,"humidity":83,"temp_min":289.82,"temp_max":295.37},
"wind":{"speed":5.1,"deg":150},
"clouds":{"all":75},
"rain":{"3h":3},
"dt":1435658272,
"sys":{"type":1,"id":8166,"message":0.0166,"country":"AU","sunrise":1435610796,"sunset":1435650870},
"id":2172797,
"name":"Cairns",
"cod":200}

Also sieht der Teil meines Python-Skripts, dass die beiden Temperaturwerte ausgiebt, nun so aus:

url = "http://api.openweathermap.org/data/2.5/weather?id=2803564&units=metric&appid=xxxxxxxxxxxxxxxxx"

try:
    response = urllib.urlopen(url)
except:
    print ("Error getting foreign weather")

object = json.load(response)

cTemp = int(object["main"]["temp"])
hTemp = int(object["main"]["temp_max"])

# now we get the complete text for the tweet
ttext = "Täglicher Blick über Bad Zwesten bei " + str(cTemp) + " Grad. Die erwartete Höchsttemperatur beträgt heute " +str(hTemp) + " Grad. #raspitweet"

So sollte das Ganze erstmal wieder funktionieren. Vielleicht mache ich noch mal ein paar andere Sachen mit der Wetter-API, mal schauen.

Updates für den Twitter Client Oysttyer

     .#*^#=.                
     %'.,`.#`               
   ;',. ./#`                                                   
  ({.`,` #/                 
  `& ,` %,~=*'"*=~=-.,      
   \`=_/'.``  -  `'.  *\.                                      
    (%.  -  -      ˋ-. `&   
    `&`  ~     @      . #                                       
     `\`. `    .....ˊ  %'   
       `^~._.,,,.-+=~*'                                            

Kurzer Hinweis zum textbasierten Twitter-Client Oysttyer. Er wurden einige Updates bereit gestellt, die allerding hauptsächlich Fehlerbehebungen und kleinere Verbesserungen enthalten. Hier die Liste aus dem Changelog:

Changes in Version 2.6.4:

  • Add --http1.1 flag to curl to suit versions after 7.47.0. Earliest supported curl is now 7.33.0

Changes in version 2.6.3:

  • Nothing over 2.6.2. I just can't tag things properly

Changes in version 2.6.2:

  • Correct year on startup screen
  • Adds very rudimentary CI syntax checks
  • Expand long DMs suring start-up
  • Nicely truncate long DMs when using /dump
  • Revert shebang to original
  • Fix a bug where whoami comparison was not lowercased for sent dms
  • Update userstream endpoint

Nichts aufregendes also, aber es ist schön zu sehen, dass das Skript weiter gepflegt und verbessert wird. Das Update erfolgt wie gewohnt einfach durch den Austausch der einzelnen Skriptdatei, aus der der Client besteht.

RPi-Projekt Twitternde Webcam Teil 4: Aufbau und fertig

Nachdem ich jetzt alle Einzelkomponenten zusammen habe, wird die Webcam jetzt am vorgesehenen Ort positioniert und in Betrieb genommen.

Artikelübersicht

Teil 4: Aufbau und fertig.

Zunächst habe ich in einem Python-Skript den Part für die Wetterabfrage und das Absetzen des Tweets zusammengeführt:

#!/usr/bin/env python
# -*- coding: utf8 -*-

# This script gets the current temperature from worldweatheronline.com
# and send it to twitter with an aktual Webcam Picture.
# written by Mario Hommel
# Last Update: 31.03.2016

# imports
import urllib
import json
import serial
from time import sleep
import sys
from twython import Twython

# First we get the current temperature in Bad Zwesten
# using the worldweatheronline.com api
url = "http://api.worldweatheronline.com/premium/v1/weather.ashx?key=[DeinenKeyEinfuegen]&q=Zwesten, Germany&format=json&num_of_days=1"

try:
    response = urllib.urlopen(url)
except:
    print ("Error getting foreign weather")

object = json.load(response)

# putting temperature in cTemp
cTemp = int(object["data"]["current_condition"][0]["temp_C"])
hTemp = int(object["data"]["weather"][0]["maxtempC"])

# now we get the complete text for the tweet
ttext = "Täglicher Blick über Bad Zwesten bei " + str(cTemp) + " Grad. Die erwartete Höchsttemperatur beträgt heute " +str(hTemp) + " Grad. #fb"

# lets start with twitter
# first we define the api
CONSUMER_KEY = '[Deine Daten]'
CONSUMER_SECRET = '[Deine Daten]'
ACCESS_KEY = '[Deine Daten]'
ACCESS_SECRET = '[Deine Daten]'

api = Twython(CONSUMER_KEY,CONSUMER_SECRET,ACCESS_KEY,ACCESS_SECRET)

# upload the last photo taken by fswebcam
photo = open('/home/pi/raspitweet/image.jpg', 'rb')
response = api.upload_media(media=photo)

# finally we send the tweet
api.update_status(status=ttext, media_ids=[response['media_id']])

Wie man sieht, habe ich die Wetterdaten noch um die vorhergesagte Höchsttemperatur des aktuellen Tages erweitert. Das Skript ist weiterhin darauf ausgelegt, dass vor seinem Ablauf ein aktuelles Bild mit dem Namen "image.jpg" von der Webcam gespeichert wird. Man könnte das auch in diesem Python-Skript mit abhandeln, aber ich hatte mich ja für die Nutzung von fswebcam entschieden.

Als nächstes schreibe ich ein kleines Bash-Skript "webcam-tweet.sh", dass das Foto macht und das Python-Skript aufruft.

#!/bin/bash

fswebcam -r "800x600" /home/pi/raspitweet/image.jpg

python /home/pi/raspitweet/rpit-bild.py

Das Skript wird natürlich mit

chmod a+x webcam-tweet.sh

ausführbar gemacht. Danach gilt es noch, den richtigen Platz für die Webcam zu finden. Der Raspi hat im "Echtbetrieb" außer der Stromquelle nur noch die Webcam angeschlossen. Die weitere Steuerung erfolgt komplett über ssh. Als Standort habe ich mir ein Fenster ausgesucht, von dem ein recht netter Blick über meinen Wohnort möglich ist und die Webcam dort "montiert" (man beachte die professionelle Ausführung der Montage :-) ).

Webcam-Montage

Und ja, das Fenster muss dringend mal wieder gestrichen werden.

Zum Schluss muss ich nur noch dafür sorgen, das mein Skript automatisch - sagen wir einmal am Tag - ausgeführt wird. Das erledigt der Cron-Dämon für mich. Mit

crontab -e

wird die Cron-Tabelle des aktuellen Users (pi) aufgerufen und kann bearbeitet werden.

# m h  dom mon dow   command
15 13   *     /home/pi/raspitweet/webcam-tweet.sh

Nach dem Speichern ist es dann soweit. Zur eingestellten Uhrzeit (in diesem Fall jeden Tag um 13.15 Uhr) macht die Webcam ein Bild und der Raspi twittert es artig mit den dazugehörigen Wetterdaten.

Mario Hommel on Twitter

Das lasse ich jetzt mal ein paar Tage so laufen und schaue, ob es zuverlässig funktioniert. Ich würde mich freuen, in den Kommentaren Feedback zu bekommen und vielleicht auch den ein oder anderen Link auf eure eigenen Raspi-Projekte.

RPi-Projekt Twitternde Webcam Teil 3: Wie ist das Wetter

Nachdem das mit dem Twittern des Webcambilds funktioniert, hatte ich noch die Idee, nicht immer nur einen statischen Text dazu zu twittern, sondern noch etwas individuelles wie zum Beispiel die aktuelle Temperatur hinzuzufügen. In diesem Teil des Artikels schreibe ich, wie ich das gemacht habe.

Artikelübersicht

Teil 3: Wie ist das Wetter?

Ok, wo bekomme ich die aktuelle Temperatur her? Die eine Möglichkeit wäre, einen Temperaturfühler an den Raspi anzuschliessen. Oder ich könnte die Temperatur von einem Wetterdienst im Internet beziehen. Ich habe mich zunächst für die zweite Variante entschieden (aber was nicht ist, kann ja noch werden).

Ich möchte die API von worldweatheronline.com nutzen. Sie bietet viele Wetterdaten und es gibt eine kostenlose Version. Nach der Anmeldung bei dem Dienst erhalte ich zunächst eine Trial-Version der Premium-API, die ich erstmal zwei Monate lang nutzen kann. Danach werde ich auf die freie Version umsteigen, die für meine Zwecke völlig ausreichend ist.

Mit der Anmeldung erhält man einen API-Key, den man dann für Abfragen im XML- oder JSON-Format nutzen kann. Ich nutze das JSON-Format und frage das ganze über die entsprechenden Bibliotheken in Python ab. Das Skript dazu sieht folgerndermaßen aus:

#!/usr/bin/env python
# -*- coding: utf8 -*-

# imports
import urllib
import json
import serial

# let's start by getting the current temperature in Bad Zwesten
# using the worldweatheronline.com api
url = "http://api.worldweatheronline.com/premium/v1/weather.ashx?key=[DeinenKeyEinfuegen]&q=Zwesten, Germany&format=json&num_of_days=1"

try:
    response = urllib.urlopen(url)
except:
    print ("Error getting weather info.")

object = json.load(response)

cTemp = int(object["data"]["current_condition"][0]["temp_C"])

ttext = "Täglicher Blick über Bad Zwesten, heute bei " + str(cTemp) + " Grad."

print ttext

Ich frage erstmal aus dem ganzen JSON-Objekt nur den Wert der momentanen Temperatur in Celsius ab. Die Ausgabe des Skripts sieht so aus:

Täglicher Blick über Bad Zwesten, heute bei 6 Grad.

Gern könnt ihr auch mal einen Blick in das komplette JSON-Objekt werfen, hier seht ihr alle Werte, die man über die API erhält.

Ich denke, jetzt habe ich alles zusammen, was ich für den Aufbau des Projekts brauche und im vorerst letzten Teil dieser Artikelserie werde ich dann beschreiben, wie ich alles zusammenfüge und fertigstelle.

RPi-Projekt Twitternde Webcam Teil 2: Hallo Twitter

Im zweiten Teil dieser Artikelserie werde ich dem Raspberry Pi das Twittern beibringen.

Artikelübersicht

Teil 2: Hallo Twitter

Damit der Raspberry automatisch Tweets verschicken kann, benötige ich eine Bibliothek für eine Skriptsprache, die eine Anbindung an den Kurznachrichtendienst bietet. Das von mir genutzte Raspbian hat von Hause aus die Skriptsprache Python an Bord, die mit dem Modul Twython über eine entsprechende Schnittstelle verfügt. Um Twython zu installieren sind folgende Schritte notwendig. Vor der Installation mache ich vorsichtshalber noch ein Update, damit alle Pakete auf dem neuesten Stand sind.

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade
sudo apt-get install python-setuptools
sudo easy_install pip
sudo pip install twython

Eine Twitter App registrieren

Um die Bibliothek nutzen zu können, muss man zunächst bei Twitter eine eigene App anlegen, über die man Zugriff auf sein Twitter-Konto über die API bekommt. Über diesen Link komme ich auf die entsprechende Seite zur Neuanlage einer App.

Twitter-App anlegen

Die Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden. Der Name der App muss twitterweit eindeutig sein, hier muss man sich also einen einmaligen Namen ausdenken. ;-) Nachdem man die Bedingungen akzeptiert und den Neuanlage-Button geklickt hat, ist man schon in den Konfigurationsseiten der eigenen App.

Konfigseite Twitter App

Hier ist es wichtig, dass bei "Access-Level" die Einstellung "Read and Write" gesetzt ist. Wenn nicht, kann man dass über den Reiter "Permissions" noch ändern. Im Reiter "Keys und Access Tokens" kann man sich nun über den entsprechenden Button sein persönliches Access Token erstellen.

Twitter App Access Tokens

Diese Seite lasse ich geöffnet, da ich die Werte gleich beim erstellen meines Python-Skripts benötige.

Skript anlegen

Jetzt lege ich ein Verzeichnis an und erstelle dort ein Python-Skript.

mkdir raspitweet
cd raspitweet
nano raspitweet.py

Das Skript sieht folgendermaßen aus:

#!/usr/bin/env python
import sys
from twython import Twython
CONSUMER_KEY = '***************Deine Daten*****************'
CONSUMER_SECRET = '***************Deine Daten*****************'
ACCESS_KEY = '***************Deine Daten*****************'
ACCESS_SECRET = '***************Deine Daten*****************'

api = Twython(CONSUMER_KEY,CONSUMER_SECRET,ACCESS_KEY,ACCESS_SECRET) 

api.update_status(status=sys.argv[1])

Die Werte für die Keys und Secrets übernehme ich natürlich aus der oben geöffneten Webseite. Nach dem Speichern des Skripts mache ich es noch ausführbar:

chmod a+x raspitweet.py

Jetzt erzeugt ein

python raspitweet.py 'Basteln mit dem Rasperry Pi. :-)'

den folgenden Tweet.

Das klappt ja schon prima. :-) Da der Raspi ja auch Bilder twittern soll, muss das Skript noch etwas erweitert werden.

#!/usr/bin/env python
import sys
from twython import Twython
CONSUMER_KEY = '***************Deine Daten*****************'
CONSUMER_SECRET = '***************Deine Daten*****************'
ACCESS_KEY = '***************Deine Daten*****************'
ACCESS_SECRET = '***************Deine Daten*****************'

api = Twython(CONSUMER_KEY,CONSUMER_SECRET,ACCESS_KEY,ACCESS_SECRET) 

# upload the last photo taken by fswebcam
photo = open('/home/pi/raspitweet/image.jpg', 'rb')
response = api.upload_media(media=photo)

# finally we send the tweet
api.update_status(status='Der Raspi twittert jetzt auch Bilder.', media_ids=[response['media_id']])

Das Skript nimmt also das Bild mit dem Dateinamen "image.jpg" in unserem Skriptverzeichnis und lädt es zusammen mit einem Text zu Twitter hoch. Ein Start des Skripts mit

python raspitweet.py

hat nun diesen Tweet zur Folge.

Mario Hommel on Twitter

Jetzt habe ich alles, um erfolgreich das Bild der Webcam twittern zu können. Mittlerweile hatte ich noch überlegt, ob man vielleicht einige aktuelle Wetterdaten mit in den Tweet nehmen könnte. Also schaue ich in Teil 3 dieser Serie, ob und wie ich mit dem Raspi an Wetterdaten heran komme.

RPi-Projekt Twitternde Webcam Teil 1: Der Raspi macht Bilder

Vor einiger Zeit habe ich mal einen Tweet gelesen, ich habe ihn auf die Schnelle nicht wieder gefunden. Er ging ungefähr so: "Neue tolle Projektidee für den Raspberry Pi, Hardware bestellt, nie wieder angefasst." Auch bei mir liegen mittlerweile zwei Raspis herum, werden ab und an mal gestartet und mit einer anderen Distro bespielt, aber das wars dann auch schon.

Jetzt hatte ich nach Ostern ein paar Tage Urlaub und war in Bastellaune. Da kam mir die Idee, mit dem etwas ältern RPi Modell B und einer hier ebenfalls schon etwas angestaubten Webcam von Logitech eine Webcam aufzubauen, die ihre Bilder dann auch twittern kann. Eigentlich kein großes Ding, also hab ich mich mal daran gesetzt und das Ergebnis dokumentiere ich hier in dieser kleinen Artikelreihe.

Artikelübersicht

Teil 1: Der Raspi macht Bilder

Wie gesagt nehme ich für das Projekt einen Raspberry Pi Modell B und eine Logitech Webcam.

Raspberry Pi und Webcam

Als Betriebssystem habe ich zunächst das akutelle Raspbian-Image auf https://www.raspberrypi.org/downloads/ gezogen und auf die obligatorische SD-Karte übertragen. Das neue Image bootet automatisch in den grafischen Modus. Das ist für den späteren Betrieb unnötig. Im Terminal habe ich also zunächst mit

sudo raspi-config

die Konfiguration dahingehend geändert, dass der Raspi nur noch in den Textmodus startet. Bei dieser gelegenheit wurde gleich noch die Sprache, Tastaturlayout und Zeitzone auf deutsche Verhältinisse angepasst.

Damit bin ich auch schon bereit, den ersten Schritt anzugehen, nämlich mit der Logitech Kamera Bilder auf dem Raspi zu produzieren. Die Kamera wurde dazu an einen der beiden USB-Ports angeschlossen. Eine Softwarepaket, dass einfach Bilder mit einer Webcam erzeugt, war mit "fswebcam" schnell gefunden. Das Paket wird einfach mit

sudo apt-get install fswebcam

installiert. Die Nutzung ist denkbar einfach:

fswebcam image.jpg

sucht nach der ersten angeschlossenen USB-Kamera und mach ein Bild, das unter dem angegebenen Dateinamen abgespeichert wird. Dabei wird eine Default-Auflösung von 384x288 genutzt. Die Auflösung kann man über den Parameter "-r" ändern, so erstellt

fswebcam -r 800x600 image.jpg

ein solches Bild:

Raspberry Testbild

Wie man sieht, fügt fswebcam dem Bild automatisch ein Banner mit dem aktuellen Datum und der Uhrzeit hinzu (wie bei Webcams durchaus üblich). Dies kann man über den Parameter "--no-banner" aber auch ausschalten. fswebcam hat noch einige Parameter mehr zu bieten, diese kann man sich über die Manpage des Pakets zu Gemüte führen. Ich benötige zunächst nur die oben angegebene Variante für meine Zwecke.

Da das Aufnehmen von Bildern über die Webcam jetzt funktioniert, können wir uns im nächsten Teil der Artikelreihe damit befassen, dem Raspi das Twittern beizubringen.

tweetbackcheck