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Ein TAN-Generator für mehrere Banken

Jetzt hat man erfolgreich sein Onlinebanking auf das neue ChipTAN/SmartTAN-Verfahren umgestellt und fragt sich als Kunde mit mehreren Bankverbindungen, ob man den erworbenen TAN-Generator wohl auch für andere Banken nutzen kann. Kommt drauf an.

Die Spezifikation ist wichtig

Die TAN-Generatoren arbeiten nach bestimmten Sicherheitsspezifikationen. Die neueste Spezifikation nennt sich "HDD 1.4" und wird zum Beispiel von Volks- und Raiffeisenbanken ausschließlich für das SmartTAN-Verfahren zugelassen. Ältere Geräte mit der Spezifikation "HDD 1.3" oder älter, können bei diesen Kreditinstituten nicht eingesetzt werden. Wenn man sich also einen TAN-Generator kauft, sollte man immer darauf achten, einen 1.4er zu bekommen. Erkennen kann man diese Geräte in der Regel an einer Kennzeichnung mit "1.4" oder "HDD 1.4" auf der Rückseite. Fehlt diese Kennzeichnung, dürfte es sich wahrscheinlich um ein älteres Modell handeln.

Gerätetyp abfragen

Bei einigen Instituten muss man für die Umstellung auf das ChipTAN/SmartTAN-Verfahren den Gerätetyp angeben. Dieser lässt sich wie folgt abfragen. Nach dem Einstecken der zugehörigen Bankkarte drückt man die Taste "TAN" und gibt dann die "09" und "OK" ein. Der Gerätetyp wird dann auf dem Display angezeigt.

Onlinebanking Sicherungsverfahren: Chip-TAN

Weiter geht es mit meiner kleinen Serie über die verschiedenen Sicherungsverfahren beim Onlinebanking. Heute geht es um das Chip-TAN-Verfahren, bei dem ein separater TAN-Generator verwendet wird.

Funktionsweise

Beim Chip-TAN-Verfahren (bei den Volks- und Raiffeisenbanken auch Smart-TAN genannt) benötigt man zur Erzeugung der TAN ein kleines Zusatzgerät, einen TAN-Generator. Der TAN-Generator ist mit einem Display, einer Zahlentastatur und teilweise auch mit einem optischen Sensor zum Auslesen eines "Flicker-Codes" ausgestattet.

Um die TAN zu erzeugen, benötigt der TAN-Generator einen Chip mit Seccos-Betriebssystem, wie er zum Beispiel auf den herkömmlichen Bankkarten (ehemals EC-Karten) fast aller Bankkunden vorhanden ist. Als erstes wird also der Onlinebanking-Zugang  mit einer Chipkarte des Kunden verbunden.

Der generelle Zugang erfolgt wieder über eine PIN-Nummer. Führt der Kunde eine Transaktion aus, werden die Daten der Transaktion zum Rechenzentrum gesendet. Das RZ erkennt, das der Kunde am Chip-TAN-Verfahren teilnimmt und lässt die Onlinebanking-Anwendung einen sogenannten Flicker-Code ausgeben. Der Flicker-Code besteht aus einer Reihe von schwarz und weiß blinkenden Kästchen. Der Kunde steckt nun seine Chipkarte in den TAN-Generator und hält diesen mit dem optischen Sensor vor den Flicker-Code. Jetzt werden die Eckdaten der Transaktion (Empfängerkontonummer und Betrag) an den Generator übertragen. Alternativ können die Eckdaten auch manuell über die Tastatur des Generators eingegeben werden. Die Eckdaten werden am Display des TAN-Generators angezeigt und müssen vom Kunden auf Richtigkeit geprüft werden. Der TAN-Generator errechnet eine TAN, die wiederum nur für diese Transaktion und für eine begrenzte Zeit gültig ist. Mit dieser TAN kann der Kunde dann die Transaktion autorisieren.

Eine Demo, die einen Transaktionsvorgang praktisch aussieht, kann man zum Beispiel auf der Homepage von Kobil anschauen, einem Hersteller von TAN-Generatoren.

Sicherheit

Beim Chip-TAN-Verfahren werden zwei voneinander Kommunikationswege benutzt. Eine gültige TAN kann nur mit dem unabhängigen TAN-Generator und der für den Onlinezugang freigeschalteten Chipkarte erzeugt werden. Bei richtiger Anwendung durch den Kunden (Kontrolle der Transaktionseckdaten auf dem Display des Generators), ist eine Manipulation der Transaktionsdaten durch einen Trojaner ausgeschlossen und Phishing wirkungslos.

Eine Schwachstelle war bis vor kurzem, das die Eckdaten bei der Ausführung einer Sammel-Transaktion nicht eindeutig auf dem TAN-Generator angezeigt wurden. Es wurden lediglich der Betrag und die Anzahl der Transaktionen angezeigt, was den Austausch der Kontonummern möglich machte, ohne das der Kunde das kontrollieren konnte. Die neue Sicherheitsspezifikation fordert, das Kontrollsummen der Empfängerkontonummern angezeigt werden, so dass auch diese Lücke nicht mehr ausgenutzt werden kann.

Das Chip-TAN-Verfahren bietet also bei richtiger Anwendung eine sehr hohe Sicherheit, Angriffsmethoden gegen die neueste Version des Verfahrens sind zur Zeit nicht bekannt.

Kosten

Die Anschaffungskosten für einen TAN-Generator liegen um die 10 Euro, eventuell werden die Kosten von den Kreditinstituten ganz oder teilweise übernommen, hier muss man wieder bei seinem Kreditinstitut nachfragen. Laufende Kosten entstehen nicht.

Einsatzmöglichkeiten

Das Chip-TAN-Verfahren ist flexibel und kann auch mobil gut eingesetzt werden. Die Nutzung ist sowohl beim Browserbanking als auch bei der Benutzung von Finanzsoftware möglich.  Die Benutzung ist auch auf Smartphones möglich. Allerdings muss der Kunde den TAN-Generator und seine Chipkarte immer mitführen, um auch von unterwegs Transaktionen ausführen zu können.

Fazit

Das Chip-TAN-Verfahren ist sehr sicher und flexibel, allerdings ist die Bedienung des TAN-Generators nicht ganz einfach und erklärungsintensiv. Ob sich das Verfahren in der Breite gegen die anderen Verfahren durchsetzen kann, werden die nächsten Monate zeigen.

Im nächsten Teil der Serie werde ich das Signaturverfahren mit einem HBCI-Schlüssel auf Datenträger vorstellen.

1. Teil: SMS-TAN

Tschüss, TAN-Bogen

In diesem Jahr werden sich viele von uns wohl von einem jahrelangen Begleiter beim Onlinebanking mit ihrem Kreditinstitut verabschieden müssen. Seit Beginn des "Homebankings" hat er Millionen Benutzern zur Autorisierung ihrer Zahlungen gedient. Die Rede ist vom guten alten (i)Tan-Bogen. Nach dem langen Wettrüsten zwischen Finanzdienstleistern und Online-Betrügern hat er nun den Krieg verloren. 

In 2011 werden wohl so ziemlich alle Kreditinstitute den Tan-Bogen als Sicherheitsmedium beim Onlinebanking abschaffen und auf Sicherheitsmedien mit zwei Kommunikationswegen umsteigen. Ein Grund, einen kurzen Rückblick auf seine Geschichte zu halten.

Am Anfang war die TAN

In den Anfangszeiten des Onlinebanking waren eine PIN, die den Zugang sicherte und eine Transaktionsnummer (TAN), die die einzelnen Transaktionen sicherte und nur einmal verwendbar war, ein ausreichender Sicherheitsmechanismus. Der Kunde bekam einen Bogen mit einer größeren Anzahl von 6-stelligen Nummern, die er in beliebiger Reihenfolge benutzen konnte.

Ein guter Fang

Nach einiger Zeit kamen merkwürdige Mails massenweise bei den Kunden an. In schlechtem Deutsch und mit massenhaft Rechtschreibfehlern schrieb "die Bank", dass der Kunde sich doch bitte aus Sicherheitsgründen neu autorisieren müsse und auf der im Link angegebenen Adresse doch PIN und eine oder mehrere TANs eingeben möge. Die sogenannte Phishing-Mails hatten das Licht der Welt erblickt. Anfangs mit hohen Erfolgsraten, denn unverständlicherweise fielen mehr Kunden auf die offensichtlichen Fälschungen herein, als man denken würde. Nach einiger Zeit konnte die Kunden soweit sensibilisiert werden, dass Phishing per Mail heutzutage kaum noch eine Rolle spielt.

Trojaner und ihre Pferde

Da die Phishing-Mails nicht mehr richtig funktionierten, setzten die Betrüger zunehmend auf Schadsoftware, die die Webseiten der Banken im Browser manipulierte und so Masken mit Abfragen von einer oder mehreren TAN-Nummern generierten. Das Konzept, das eine TAN für jede beliebige Transaktion verwendet werden konnte, hatte ausgedient.

Auf den Index

Abhilfe schafften die sogenannten indizierten TAN-Bögen. Die TANs auf den Bögen wurden numeriert und bei einer Transaktion wurde jeweils eine bestimmte TAN angefordert. Somit können abgephishte TANs nicht mehr ohne weiteres für eine beliebige Transaktion genutzt werden. Zusätzliche Sicherheit liefern bei einigen Instituten noch grafische Kontrollbilder, die die Transaktionsdaten und das Geburtsdatum des Kunden grafisch bei der Abfrage der TAN im Hintergrund darstellen. Es hat einige Zeit gedauert, bis die ersten Trojaner diese Klippen umschifft hatten. Die heutigen Schadprogramme sind allerdings in der Lage, den Datenstrom zum Kreditinstitut zu manipulieren und im Hintergrund andere Daten zur Bank zu senden, als dem Kunden im Browser dargestellt werden. Da der Kunde fast keine Möglichkeit hat, einen im Hintergrund werkelnden Trojaner zu erkennen, mussten neue Verfahren entwickelt werden, die sich nicht allein auf einen Kommunikationsweg für die Autorisierung einer Transaktion verlassen.

Nimm Zwei

Zwei Verfahren haben sich inzwischen etabliert. Zum einen die SMS-TAN oder MobileTAN. Hierbei wird aus den Transaktionsdaten eine Einmal-TAN errechnet, die dann zusammen mit den Eckdaten der Überweisung (Kontonummer, Bankleitzahl, Betrag) an eine vom Kunden festgelegte Mobiltelefonnummer per SMS gesendet wird. Somit sind Manipulationen am Datenstrom vom Kunden sofort zu erkennen und Phishing macht auch keinen Sinn, da eine TAN nur für die bestimmte Transaktion und für einen sehr kurzen Zeitraum gültig ist.

Das zweite Verfahren ist ein optischer TAN-Generator, der in Verbindung mit der Chipkarte des Kunden und den Eckdaten der Transaktion eine TAN errechnet. Die Daten könne entweder über die Tastatur des Generators eingegeben werden oder über einen sogenannten "Flickercode" vom Leser direkt vom Bildschirm abgelesen werden. Auch bei diesem Verfahren ist durch den zweiten Kommunikationsweg (Eintippen oder physisches Ablesen des Codes vom Bildschirm) eine Manipulation praktisch ausgeschlossen.

Und sie lebten sicher bis...?

Dieser kurze Rückblick zeigt seht gut den ständigen Wettlauf zwischen getroffenen Sicherheitsmaßnahmen und den Versuchen, diese auszuhebeln und zu umgehen. Die ersten Trojaner, die mit einigem Aufwand das Handy manipulieren, welches die TAN-SMS des Kunden empfängt, sind bereits entwickelt. So wird es auch in Zukunft kein Verfahren geben, das für immer zu 100 Prozent sicher sein wird. Es bleibt, als Nutzer von Onlinebanking-Diensten aktuell informiert zu bleiben, Entwicklungsschritte zu neuen sicheren Verfahren schnell mitzumachen und vor allem ein gesundes Mißtrauen zu bewahren, wenn man sich auf dem sensiblen Gebiet der Finanzwelt online bewegt.

In diesem Sinne: Tschüss TAN-Bogen

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