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Updates für den Twitter Client Oysttyer

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Kurzer Hinweis zum textbasierten Twitter-Client Oysttyer. Er wurden einige Updates bereit gestellt, die allerding hauptsächlich Fehlerbehebungen und kleinere Verbesserungen enthalten. Hier die Liste aus dem Changelog:

Changes in Version 2.6.4:

  • Add --http1.1 flag to curl to suit versions after 7.47.0. Earliest supported curl is now 7.33.0

Changes in version 2.6.3:

  • Nothing over 2.6.2. I just can't tag things properly

Changes in version 2.6.2:

  • Correct year on startup screen
  • Adds very rudimentary CI syntax checks
  • Expand long DMs suring start-up
  • Nicely truncate long DMs when using /dump
  • Revert shebang to original
  • Fix a bug where whoami comparison was not lowercased for sent dms
  • Update userstream endpoint

Nichts aufregendes also, aber es ist schön zu sehen, dass das Skript weiter gepflegt und verbessert wird. Das Update erfolgt wie gewohnt einfach durch den Austausch der einzelnen Skriptdatei, aus der der Client besteht.

RPi-Projekt Twitternde Webcam Teil 4: Aufbau und fertig

Nachdem ich jetzt alle Einzelkomponenten zusammen habe, wird die Webcam jetzt am vorgesehenen Ort positioniert und in Betrieb genommen.

Artikelübersicht

Teil 4: Aufbau und fertig.

Zunächst habe ich in einem Python-Skript den Part für die Wetterabfrage und das Absetzen des Tweets zusammengeführt:

#!/usr/bin/env python
# -*- coding: utf8 -*-

# This script gets the current temperature from worldweatheronline.com
# and send it to twitter with an aktual Webcam Picture.
# written by Mario Hommel
# Last Update: 31.03.2016

# imports
import urllib
import json
import serial
from time import sleep
import sys
from twython import Twython

# First we get the current temperature in Bad Zwesten
# using the worldweatheronline.com api
url = "http://api.worldweatheronline.com/premium/v1/weather.ashx?key=[DeinenKeyEinfuegen]&q=Zwesten, Germany&format=json&num_of_days=1"

try:
    response = urllib.urlopen(url)
except:
    print ("Error getting foreign weather")

object = json.load(response)

# putting temperature in cTemp
cTemp = int(object["data"]["current_condition"][0]["temp_C"])
hTemp = int(object["data"]["weather"][0]["maxtempC"])

# now we get the complete text for the tweet
ttext = "Täglicher Blick über Bad Zwesten bei " + str(cTemp) + " Grad. Die erwartete Höchsttemperatur beträgt heute " +str(hTemp) + " Grad. #fb"

# lets start with twitter
# first we define the api
CONSUMER_KEY = '[Deine Daten]'
CONSUMER_SECRET = '[Deine Daten]'
ACCESS_KEY = '[Deine Daten]'
ACCESS_SECRET = '[Deine Daten]'

api = Twython(CONSUMER_KEY,CONSUMER_SECRET,ACCESS_KEY,ACCESS_SECRET)

# upload the last photo taken by fswebcam
photo = open('/home/pi/raspitweet/image.jpg', 'rb')
response = api.upload_media(media=photo)

# finally we send the tweet
api.update_status(status=ttext, media_ids=[response['media_id']])

Wie man sieht, habe ich die Wetterdaten noch um die vorhergesagte Höchsttemperatur des aktuellen Tages erweitert. Das Skript ist weiterhin darauf ausgelegt, dass vor seinem Ablauf ein aktuelles Bild mit dem Namen "image.jpg" von der Webcam gespeichert wird. Man könnte das auch in diesem Python-Skript mit abhandeln, aber ich hatte mich ja für die Nutzung von fswebcam entschieden.

Als nächstes schreibe ich ein kleines Bash-Skript "webcam-tweet.sh", dass das Foto macht und das Python-Skript aufruft.

#!/bin/bash

fswebcam -r "800x600" /home/pi/raspitweet/image.jpg

python /home/pi/raspitweet/rpit-bild.py

Das Skript wird natürlich mit

chmod a+x webcam-tweet.sh

ausführbar gemacht. Danach gilt es noch, den richtigen Platz für die Webcam zu finden. Der Raspi hat im "Echtbetrieb" außer der Stromquelle nur noch die Webcam angeschlossen. Die weitere Steuerung erfolgt komplett über ssh. Als Standort habe ich mir ein Fenster ausgesucht, von dem ein recht netter Blick über meinen Wohnort möglich ist und die Webcam dort "montiert" (man beachte die professionelle Ausführung der Montage :-) ).

Webcam-Montage

Und ja, das Fenster muss dringend mal wieder gestrichen werden.

Zum Schluss muss ich nur noch dafür sorgen, das mein Skript automatisch - sagen wir einmal am Tag - ausgeführt wird. Das erledigt der Cron-Dämon für mich. Mit

crontab -e

wird die Cron-Tabelle des aktuellen Users (pi) aufgerufen und kann bearbeitet werden.

# m h  dom mon dow   command
15 13   *     /home/pi/raspitweet/webcam-tweet.sh

Nach dem Speichern ist es dann soweit. Zur eingestellten Uhrzeit (in diesem Fall jeden Tag um 13.15 Uhr) macht die Webcam ein Bild und der Raspi twittert es artig mit den dazugehörigen Wetterdaten.

Mario Hommel on Twitter

Das lasse ich jetzt mal ein paar Tage so laufen und schaue, ob es zuverlässig funktioniert. Ich würde mich freuen, in den Kommentaren Feedback zu bekommen und vielleicht auch den ein oder anderen Link auf eure eigenen Raspi-Projekte.

RPi-Projekt Twitternde Webcam Teil 3: Wie ist das Wetter

Nachdem das mit dem Twittern des Webcambilds funktioniert, hatte ich noch die Idee, nicht immer nur einen statischen Text dazu zu twittern, sondern noch etwas individuelles wie zum Beispiel die aktuelle Temperatur hinzuzufügen. In diesem Teil des Artikels schreibe ich, wie ich das gemacht habe.

Artikelübersicht

Teil 3: Wie ist das Wetter?

Ok, wo bekomme ich die aktuelle Temperatur her? Die eine Möglichkeit wäre, einen Temperaturfühler an den Raspi anzuschliessen. Oder ich könnte die Temperatur von einem Wetterdienst im Internet beziehen. Ich habe mich zunächst für die zweite Variante entschieden (aber was nicht ist, kann ja noch werden).

Ich möchte die API von worldweatheronline.com nutzen. Sie bietet viele Wetterdaten und es gibt eine kostenlose Version. Nach der Anmeldung bei dem Dienst erhalte ich zunächst eine Trial-Version der Premium-API, die ich erstmal zwei Monate lang nutzen kann. Danach werde ich auf die freie Version umsteigen, die für meine Zwecke völlig ausreichend ist.

Mit der Anmeldung erhält man einen API-Key, den man dann für Abfragen im XML- oder JSON-Format nutzen kann. Ich nutze das JSON-Format und frage das ganze über die entsprechenden Bibliotheken in Python ab. Das Skript dazu sieht folgerndermaßen aus:

#!/usr/bin/env python
# -*- coding: utf8 -*-

# imports
import urllib
import json
import serial

# let's start by getting the current temperature in Bad Zwesten
# using the worldweatheronline.com api
url = "http://api.worldweatheronline.com/premium/v1/weather.ashx?key=[DeinenKeyEinfuegen]&q=Zwesten, Germany&format=json&num_of_days=1"

try:
    response = urllib.urlopen(url)
except:
    print ("Error getting weather info.")

object = json.load(response)

cTemp = int(object["data"]["current_condition"][0]["temp_C"])

ttext = "Täglicher Blick über Bad Zwesten, heute bei " + str(cTemp) + " Grad."

print ttext

Ich frage erstmal aus dem ganzen JSON-Objekt nur den Wert der momentanen Temperatur in Celsius ab. Die Ausgabe des Skripts sieht so aus:

Täglicher Blick über Bad Zwesten, heute bei 6 Grad.

Gern könnt ihr auch mal einen Blick in das komplette JSON-Objekt werfen, hier seht ihr alle Werte, die man über die API erhält.

Ich denke, jetzt habe ich alles zusammen, was ich für den Aufbau des Projekts brauche und im vorerst letzten Teil dieser Artikelserie werde ich dann beschreiben, wie ich alles zusammenfüge und fertigstelle.

RPi-Projekt Twitternde Webcam Teil 2: Hallo Twitter

Im zweiten Teil dieser Artikelserie werde ich dem Raspberry Pi das Twittern beibringen.

Artikelübersicht

Teil 2: Hallo Twitter

Damit der Raspberry automatisch Tweets verschicken kann, benötige ich eine Bibliothek für eine Skriptsprache, die eine Anbindung an den Kurznachrichtendienst bietet. Das von mir genutzte Raspbian hat von Hause aus die Skriptsprache Python an Bord, die mit dem Modul Twython über eine entsprechende Schnittstelle verfügt. Um Twython zu installieren sind folgende Schritte notwendig. Vor der Installation mache ich vorsichtshalber noch ein Update, damit alle Pakete auf dem neuesten Stand sind.

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade
sudo apt-get install python-setuptools
sudo easy_install pip
sudo pip install twython

Eine Twitter App registrieren

Um die Bibliothek nutzen zu können, muss man zunächst bei Twitter eine eigene App anlegen, über die man Zugriff auf sein Twitter-Konto über die API bekommt. Über diesen Link komme ich auf die entsprechende Seite zur Neuanlage einer App.

Twitter-App anlegen

Die Pflichtfelder müssen ausgefüllt werden. Der Name der App muss twitterweit eindeutig sein, hier muss man sich also einen einmaligen Namen ausdenken. ;-) Nachdem man die Bedingungen akzeptiert und den Neuanlage-Button geklickt hat, ist man schon in den Konfigurationsseiten der eigenen App.

Konfigseite Twitter App

Hier ist es wichtig, dass bei "Access-Level" die Einstellung "Read and Write" gesetzt ist. Wenn nicht, kann man dass über den Reiter "Permissions" noch ändern. Im Reiter "Keys und Access Tokens" kann man sich nun über den entsprechenden Button sein persönliches Access Token erstellen.

Twitter App Access Tokens

Diese Seite lasse ich geöffnet, da ich die Werte gleich beim erstellen meines Python-Skripts benötige.

Skript anlegen

Jetzt lege ich ein Verzeichnis an und erstelle dort ein Python-Skript.

mkdir raspitweet
cd raspitweet
nano raspitweet.py

Das Skript sieht folgendermaßen aus:

#!/usr/bin/env python
import sys
from twython import Twython
CONSUMER_KEY = '***************Deine Daten*****************'
CONSUMER_SECRET = '***************Deine Daten*****************'
ACCESS_KEY = '***************Deine Daten*****************'
ACCESS_SECRET = '***************Deine Daten*****************'

api = Twython(CONSUMER_KEY,CONSUMER_SECRET,ACCESS_KEY,ACCESS_SECRET) 

api.update_status(status=sys.argv[1])

Die Werte für die Keys und Secrets übernehme ich natürlich aus der oben geöffneten Webseite. Nach dem Speichern des Skripts mache ich es noch ausführbar:

chmod a+x raspitweet.py

Jetzt erzeugt ein

python raspitweet.py 'Basteln mit dem Rasperry Pi. :-)'

den folgenden Tweet.

Das klappt ja schon prima. :-) Da der Raspi ja auch Bilder twittern soll, muss das Skript noch etwas erweitert werden.

#!/usr/bin/env python
import sys
from twython import Twython
CONSUMER_KEY = '***************Deine Daten*****************'
CONSUMER_SECRET = '***************Deine Daten*****************'
ACCESS_KEY = '***************Deine Daten*****************'
ACCESS_SECRET = '***************Deine Daten*****************'

api = Twython(CONSUMER_KEY,CONSUMER_SECRET,ACCESS_KEY,ACCESS_SECRET) 

# upload the last photo taken by fswebcam
photo = open('/home/pi/raspitweet/image.jpg', 'rb')
response = api.upload_media(media=photo)

# finally we send the tweet
api.update_status(status='Der Raspi twittert jetzt auch Bilder.', media_ids=[response['media_id']])

Das Skript nimmt also das Bild mit dem Dateinamen "image.jpg" in unserem Skriptverzeichnis und lädt es zusammen mit einem Text zu Twitter hoch. Ein Start des Skripts mit

python raspitweet.py

hat nun diesen Tweet zur Folge.

Mario Hommel on Twitter

Jetzt habe ich alles, um erfolgreich das Bild der Webcam twittern zu können. Mittlerweile hatte ich noch überlegt, ob man vielleicht einige aktuelle Wetterdaten mit in den Tweet nehmen könnte. Also schaue ich in Teil 3 dieser Serie, ob und wie ich mit dem Raspi an Wetterdaten heran komme.

RPi-Projekt Twitternde Webcam Teil 1: Der Raspi macht Bilder

Vor einiger Zeit habe ich mal einen Tweet gelesen, ich habe ihn auf die Schnelle nicht wieder gefunden. Er ging ungefähr so: "Neue tolle Projektidee für den Raspberry Pi, Hardware bestellt, nie wieder angefasst." Auch bei mir liegen mittlerweile zwei Raspis herum, werden ab und an mal gestartet und mit einer anderen Distro bespielt, aber das wars dann auch schon.

Jetzt hatte ich nach Ostern ein paar Tage Urlaub und war in Bastellaune. Da kam mir die Idee, mit dem etwas ältern RPi Modell B und einer hier ebenfalls schon etwas angestaubten Webcam von Logitech eine Webcam aufzubauen, die ihre Bilder dann auch twittern kann. Eigentlich kein großes Ding, also hab ich mich mal daran gesetzt und das Ergebnis dokumentiere ich hier in dieser kleinen Artikelreihe.

Artikelübersicht

Teil 1: Der Raspi macht Bilder

Wie gesagt nehme ich für das Projekt einen Raspberry Pi Modell B und eine Logitech Webcam.

Raspberry Pi und Webcam

Als Betriebssystem habe ich zunächst das akutelle Raspbian-Image auf https://www.raspberrypi.org/downloads/ gezogen und auf die obligatorische SD-Karte übertragen. Das neue Image bootet automatisch in den grafischen Modus. Das ist für den späteren Betrieb unnötig. Im Terminal habe ich also zunächst mit

sudo raspi-config

die Konfiguration dahingehend geändert, dass der Raspi nur noch in den Textmodus startet. Bei dieser gelegenheit wurde gleich noch die Sprache, Tastaturlayout und Zeitzone auf deutsche Verhältinisse angepasst.

Damit bin ich auch schon bereit, den ersten Schritt anzugehen, nämlich mit der Logitech Kamera Bilder auf dem Raspi zu produzieren. Die Kamera wurde dazu an einen der beiden USB-Ports angeschlossen. Eine Softwarepaket, dass einfach Bilder mit einer Webcam erzeugt, war mit "fswebcam" schnell gefunden. Das Paket wird einfach mit

sudo apt-get install fswebcam

installiert. Die Nutzung ist denkbar einfach:

fswebcam image.jpg

sucht nach der ersten angeschlossenen USB-Kamera und mach ein Bild, das unter dem angegebenen Dateinamen abgespeichert wird. Dabei wird eine Default-Auflösung von 384x288 genutzt. Die Auflösung kann man über den Parameter "-r" ändern, so erstellt

fswebcam -r 800x600 image.jpg

ein solches Bild:

Raspberry Testbild

Wie man sieht, fügt fswebcam dem Bild automatisch ein Banner mit dem aktuellen Datum und der Uhrzeit hinzu (wie bei Webcams durchaus üblich). Dies kann man über den Parameter "--no-banner" aber auch ausschalten. fswebcam hat noch einige Parameter mehr zu bieten, diese kann man sich über die Manpage des Pakets zu Gemüte führen. Ich benötige zunächst nur die oben angegebene Variante für meine Zwecke.

Da das Aufnehmen von Bildern über die Webcam jetzt funktioniert, können wir uns im nächsten Teil der Artikelreihe damit befassen, dem Raspi das Twittern beizubringen.

Twitter Client Oysttyer mit kleinem Update

Vor kurzem berichtete ich über den Twitter Client Oysttyer, der aus einem einzelnen Perl-Skript besteht und das Twittern auf einer Textkonsole ermöglicht.

Jetzt gab es ein kleines Update, dass einige Verbesserungen und Fehlerbehebungen mitbringt.

Changes in version 2.6.1:

  • Add the ability to share tweets via direct message with the /qdm command (Work towards of 2.7 milestone)
  • Use the Twitter account in the prompt instead of oysttyer when showusername is true.
  • Add ':large' to Twitter image URLs when largeimages is true.
  • Add a space between tweets when doublespace is true.
  • Fixed an issue where retweeted tweets displayed the wrong timestamp.
  • Fixed an issue where tco were not destroyed in threads
  • Display link to video file instead of link to video thumbnail in tweets
  • Display video files in /entities
  • Bring /entities back into Twitter TOS compliance and make it only open tco links (I.e. make it behave worse. Sorry)
  • Add tab expansion for like and retweet (missed from 2.5.1)

Interessant finde ich besonders den neuen Parameter "doublespace", der eine Leerzeile zwischen die einzelnen Tweets zaubert. Das macht den Stream nach meiner Meinung besser lesbar.

So sieht der Stream ohne "doublespace" aus:

oysttyer ohne ds

Und so mit:

oysttyer mit ds

Mir gefällt das so wesentlich besser, weshalb meine .oysttyerrc jetzt so aussieht:

# Die Daten für meine erstellte Twitter-App
oauthkey=XXXXX
oauthsecret=XXXXXX
# Farbe für ansifähige Terminals einschalten
ansi=1
# Neue Zeilen in Tweets erlauben
newline=1
# Nach 120 Zeichen umbrechen (je nach Bildschirmgröße verwenden)
wrap=120
# Pflicht, sonst geht die Twitter-API nicht
ssl=1
# Nutzung des Echtzeit-Streamings
dostream=1
# Beim Start auf neue Version prüfen
vcheck=1
# Leerzeile zwischen den Tweets
doublespace=1

Ich bin gespannt, was die nächsten Versionen von Oysttyer noch so bringen. Zum Updaten wird einfach die aktuelle Version von Github gezogen und die oysttyer.pl mit der neuen Datei überschrieben.

Twittern im Terminal mit Oysttyer

Ich bin im Bezug auf Twitter-Clients für den PC sehr experimentierfreudig. Hier ist die Auswahl für Linux-Nutzer nicht so üppig. Schon vor einiger Zeit bin ich hierbei auf das Perl-Skript "TTYtter" gestossen. Das Skript ist ein vollwertiger Twitter-Client für die Textkonsole. Leider hat der Entwickler die aktive Arbeit an TTYtter in 2012 beendet, dennoch war und ist das Skript noch nutzbar.

Erfreulicherweise hat sich jetzt ein neues Opensource Projekt der Sache angenommen und mit Oysttyer einen Nachfolger veröffentlicht, der jetzt auch aktiv gepflegt wird und neue Twitter-Features einbindet.

Die Installation besteht daraus, das Skript auf den lokalen Rechner zu kopieren und mit "perl ./oysttyer.pl" zu starten. In einer "~/.oysttyerrc" kann man Voreinstellungen für das Skript festlegen, diese können aber auch während der Laufzeit gesetzt und geändert werden.

Meine .oysttyerrc sieht zum Beispiel so aus:

# Die Daten für meine erstellte Twitter-App
oauthkey=XXXXX
oauthsecret=XXXXXX
# Farbe für ansifähige Terminals einschalten
ansi=1
# Neue Zeilen in Tweets erlauben
newline=1
# Nach 120 Zeichen umbrechen (je nach Bildschirmgröße verwenden)
wrap=120
# Pflicht, sonst geht die Twitter-API nicht
ssl=1
# Nutzung des Echtzeit-Streamings
dostream=1
# Beim Start auf neue Version prüfen
vcheck=1

Die Entwickler empfehlen zur Zeit, eine eigenen Anwendungskey für Oysttyer zu erstellen, da der mitgelieferte Key von Twitter öfter gesperrt wird. Das ist aber schnell erledigt und dürfte für die Zielgruppe (Terminal-User) kein Problem darstellen. Beim ersten Start erfolgt die Autorisierung mittels OAuth, die auch bekannt sein dürfte.

Nach dem Start wird die Timeline angezeigt und in Realtime aktualisiert, wenn man den obigen Parameter gesetzt hat. Jeder Tweet bekommt einen "Menücode", der dann als Platzhalter für den Tweet in den Befehlen dient.

g9> <apfelnase> #DoctorWho #JETZT!

Nach dem Menücode (hier "g9") sieht man das Twitter-Handle des Autors und danach den Tweet-Text. Vor dem Twitter-Handle können noch spezielle Zeichen stehen, die bestimmte Tweetarten anzeigen.

d4> <%heartcrazed> RT @gerritvanaaken: Über „Design“ gebloggt: http://praegnanz.de/weblog/designer-artikel-ueber-design-artikel

Der Autor hat etwas retweetet (% vor dem Twitter-Handle), wen und was folgt dann.

d7> <+mspro> das neuerliche „comeback“ der newsletter verdankt sich reiner dreistigkeit.

Der Tweet enthält Geo-Daten (+ vor dem Twitter-Handle), die über den Befehl /du <Menücode> abgefragt werden können.

b4> <"SirTomate> Nicht mitmachen. Ich will die Minidrone haben. ;-)
   https://twitter.com/Pixelaffe/status/690803220487213056
b5> (x2) <↑Pixelaffe> Nur noch wenige Tage - Verlosung: Alcatel OneTouch Go Play + Parrot Airborne Cargo Drohne -
   http://bit.ly/1PfguKI https://pbs.twimg.com/media/CZY53mrXEAAq12T.png

Das ist so ein neumodischer Retweet mit Kommentar, zu erkennen am " vor dem Twitter-Handle und danach der kommentierte Tweet im Wortlaut, mit dem ↑.

d1> <+@uniwave> Oder auch so. https://pbs.twimg.com/media/CZZ519UW0AEZAPN.jpg

Am @ vor dem Twitter-Handle erkennt man, dass es sich um einen Antwort-Tweet handelt. Den ganzen Thread sieht man mit /th <Menücode>.

Erstmal ist alles, was man im Terminal tippt und mit <Enter> abschliesst, ein Tweet. Eine neue Zeile innerhalb eines Tweets erhält man mit \n. Ausnahme ist die Eingabe von Befehlen, die immer mit einem "/" beginnen. So gibt "/help" eine kurze Befehlsreferenz mit den wichtigsten Kommandos aus.

Die Befehle decken so ziemlich alle Funktionen ab, die man in Twitter so braucht. Follower- und Listenmanagement sind kein Problem. Retweeten, Liken, Replien und DMs funktionieren prima, sogar das relativ neue kommentierte Retweeten funktioniert.

Die Suchfunktion ist über /search zu erreichen. Außerdem kann man bestimmte Suchbegriffe (respektive Hashtags) mittels /tron oder /troff in die Timeline einspielen oder wieder entfernen.

Das ganze ist natürlich schon etwas nerdig, aber macht Spaß und ist eine gute Alternative, wenn man gern am Terminal arbeitet. Natürlich werden in der Timeline keine Bilder angezeigt. Diese, wie auch Links zu Internetseiten müssen mit externen Tools aufgerufen werden. So kann man zum Beispiel in "Konsole", dem Terminal der KDE Umgebung mit einem Rechtsklick auf einen Link diesen im Browser öffnen. Alternativ ruft /url <Menücode> alle Links des Tweets im Standardbrowser der Umgebung auf (das könnte auch der Textbrowser Lynks sein).

Neben dem interaktiven Modus kann Oysttyer auch im Skripting-Modus genutzt werden, so kann man zum Beispiel mit "perl ./oysttyer.pl -status "Dies ist ein Tweet."" einen Tweet absetzen. Das eröffnet natürlich noch mehr Möglichkeiten, das Perlskript zu nutzen.

Die Dokumentation des Oysttyer-Projekts ist noch etwas dünn. Allerdings kann man immer noch die alte Dokumentation von TTYtter nutzen, die auch mit Oysttyer noch funktioniert.

Was meint ihr, ist so ein textbasierter Client noch zeitgemäß oder doch nur Nerdstuff?

Ich habs doch gesagt

Das muss ich noch schnell los werden.

Gerade twitterte ich noch:

Und prompt:

Gute Nacht. ;-)

Update 23.04 Uhr:

Twitter Client Choqok mit neuer Version

Sucht man nach komfortablen Twitter Clients, so ist die Auswahl in den letzten Jahren immer weniger geworden. Grund dafür ist nicht zuletzt die Politik von Twitter, die Nutzer möglichst auf ihrer Webseite zu halten und die Zugriffe auf die API von Fremdclients massiv einzuschränken. Wenn man dann noch ein Linux System nutzt, wird die Luft extrem dünn.

Ich nutze auf meinem Kubuntu-System schon länger den Twitter Client Choqok, der sich eigentlich ganz gut in die KDE Systemumgebung integriert. Er bietet alle wichtigen Twitterfunktionen an und hat eine (für mich sehr wichtige) gelesen/ungelesen Funktion für Tweets. Neben Twitter kann/konnte der Client auch Identi.ca- und Status.net-Accounts bedienen. Es gab allerdings in letzter Zeit wenig Updates und die Version hatte einige Fehler, die zum Teil auch auf dem Alter der aktuellen Version beruhten. So funktionierten zuletzt die beiden oben genannten Account-Arten nicht mehr, da die Plattformen von anderen Organisationen übernommen wurden.

Gestern nun gab es eine gute Nachricht. Nach über einem Jahr haben die Entwickler ein neues Update herausgebracht.

Choqok Version 1.5

Die Version 1.5 enthält einige Neuerungen:

  • Vorschau von Bildern auf twitter.com funktioniert jetzt zuverlässig (Endlich! :-) )
  • Die neuen Plattformen von pump.io und status.net (GNU-Social) funktionieren wieder.
  • Alte, nicht mehr funktionierende Plugins wurden entfernt.
  • Ein neuer Dienst, um gekürzte URLs aufzulösen, wurde eingebaut. Dadurch zeigt ein Mouse-Over über eine gekürzte URL den Original-Link in voller Länge an, sehr praktisch.
  • Es gibt eine Einstellungsoption, mit der man das Icon im Systemtray von KDE abschalten kann.
  • Die Anzahl der verbleibenden Zeichen bei einem Tweet berücksichtigt jetzt die automatisch Kürzung von URLs durch Twitter.
  • Im Kontextmenü eines Users kann man diesen nun direkt an Twitter als SPAM melden.
  • Eine Menge Bugs wurden gefixt.

Chokoq Hauptfenster

Schön, das Choqok noch weiter entwickelt und supportet wird. Ich nutze den Client sehr gern und kann ihn KDE-Nutzern nur wärmstens empfehlen.

Habt ihr noch Empfehlungen für Twitter-Clients unter Linux? Dann ab in die Kommentare damit. ;-)

Weitere Infos:

Blogeintrag mit der Ankündigung der Version 1.5

Liste der behobenen Fehler

 

Blaq 1.2 für Blackberry 10

Blaq ist ein mächtiger Twitter-Client, der mich schon auf dem Blackberry Playbook begeistert hat. Kurz nach Erscheinen des Z10 ist auch eine erste Version von Blaq für Blackberry 10 erschienen. Vor ein paar Tagen gab es ein größeres Update, dass viele neue Features und Funktionen enthält. Grund genug, die Anwendung einmal näher anzuschauen und euch kurz vorzustellen.

Als ich Blaq auf dem Z10 das erste Mal geöffnet habe, hat mich die Darstellung schon etwas irritiert. Die Darstellung der Profilbilder ist in einem länglichen Format.

Nach einiger Zeit der Gewöhnung erkennt man den Vorteil dieser Darstellung, die einfach mehr Platz für den Content bietet. Medien von verschiedenen Portalen werden als Vorschau direkt in der Timeline dargestellt. Ein Tippen auf die Profilbilder stellt diese übrigens auch vergrößert dar.

Ein Killerfeature für mich ist, dass Blaq sich die Position in der Timeline merkt, an der ich aufgehört habe, zu lesen. Auch wenn die Anwendung geschlossen wird, steht man nach dem Öffnen wieder an der Position um die Timeline weiter zu verfolgen. Der grüne Balken oben zeigt die Position im Zeitkontext an. Tippt man auf die grüne Leiste, befördert Blaq einen zum neuesten Tweet an die Spitze der Timeline.

Die eigentliche Stärke spielt Blaq bei der Benutzung der Wischgesten aus, mit denen die Anwendung das Potential der Cascades-Oberfläche von Blackberry 10 konsequent umsetzt. Wischt man in der Timeline nach rechts, erhält man ein Menü mit allen wichtigen Funktionen:

Die ersten 3 Ikons stehen für Mute-Einstellungen (wenn man mal ein Hashtag in der Timeline nicht mehr haben will :-) ), Suche und Aufruf des eigenen Twitter-Profils. Die folgenden Symbole stehen für die verschiedenen Timelines:

  • eigene Favoriten
  • Listen
  • eigene Tweets, die retweetet wurden
  • Direktnachrichten
  • Erwähnungen
  • Timeline
  • Tweet erstellen

Man kommt also einfach in alle wichtigen Ansichten und Timelines.

Wischt man auf einem Tweet nach links, erhält man schnellen Zugriff auf die wichtigsten Tweet-Funktionen.

Hier kann ich einen Tweet einfach und schnell beantworten, retweeten, favorisieren oder - auf dem Zahnradikon - mit anderen Anwendungen teilen oder übersetzen. Beim Retweeten werden in der Standardeinstellung sogar noch verschiedene Retweet-Arten angeboten.

In den Einstellungen kann man Blaq aber auch die Lieblings-Retweet-Art (was ein Wort) vorgeben und der wird dann ohne Rückfrage ausgeführt.

Ein Tippen auf den jeweiligen Tweet bringt mich in die Detailansicht. Hier werden natürlich auch Unterhaltungen entsprechend dargestellt.

Im der Detaildarstellung kann ich ausserdem sehen, wer meinen Tweet retweetet hat.

Aus der Detaildarstellung können auch alle Tweetfunktionen ausgeführt werden, die beim Wischen nach links zur Verfügung stehen. Über das Ikon unter dem Twitter-Namen des Authors komme ich in dessen Profil und kann dort alle Informationen abrufen.

Blaq kann mehrere Twitter-Accounts verwalten. Über einen Wisch von oben in das Display komme ich zur Verwaltung der Accounts und dann dort auch zwischen ihnen umschalten. Wenn ich nur einen Tweet für einen anderen Account absetzen möchte, brauche ich nicht vorher auf diesen Umschalten. Beim Erstellen eines Tweets kann ich auf den Accountnamen tippen.

Daraufhin kann ich einen oder sogar mehrere Accounts auswählen, für den/die der Tweet erstellt werden soll.

Blaq ist so also auch ideal für Twitter-Nutzer, die viele verschiedene Accounts verwalten und bedienen müssen.

Blaq zeigt für mich das volle Potential des neuen Betriebssystems von Blackberry. Ich wünsche mir mehr solche native Anwendungen und möchte Blaq während der täglichen Z10-Nutzung nicht mehr missen.

Blackberry 10 Nutzer können Blaq hier in der Appworld erwerben.

tweetbackcheck