Artikel mit Tag linux

Debian 10 "Buster" veröffentlicht

Debian 10 Logo

Das Debian-Projekt hat nach zwei Jahren die neue stabile Version 10 der universellen Linux-Distribution veröffentlicht. Seit gestern kann das neue Stable-Release mit dem Codenamen "Buster" offiziell heruntergeladen werden.

Obwohl Debian meist gern auf Servern ohne grafische Benutzeroberfläche genutzt wird, bringt Buster mehrere Deskop-Umgebungen mit:

  • Cinnamon 3.8
  • GNOME 3.30
  • KDE Plasma 5.14
  • LXDE 0.99.2
  • LXQt 0.14
  • MATE 1.20
  • Xfce 4.12

Die GNOME-Umgebung verwendet im neuen Release erstmals des Wayland-Display-Server als Standard. Xorg ist aber weiterhin installiert und kann beim Login ausgewählt werden.

Das Zugangskontroll-Framework AppArmor ist installiert und eingeschaltet. Bei der Netzwerkfilterung stehen als Befehlsschnittstelle sowohl nftables als auch iptables zur Verfügung. Ein weiteres Sicherheitsfeature sind die Reproducable Builds. Hierdurch ergeben 91% der Quellpakete beim Selbstkompilieren identische Binärpakete.

Die UEFI-Unterstützung wurde verbessert und auch das treiberlose Drucken sollte nun problemlos funktionieren.

Zahlreiche Softwarepakete wurden aktualisiert, obwohl traditionell bei Debian aufgrund des Entwicklungsprozesses nicht die allerneuesten Pakete zum Einsatz kommen. Dafür erhält man eine sehr stabile und gut getestete Distribution.

Alle weitern Informationen, auch die Download- und Update-Möglichkeiten, könnt ihr im Release-Artikel des Debian-Projekts finden. Viel Spass beim Installieren und Updaten. :-)

S9y-Camp 2019: Wie man Nogger aufreißt

Kein S9y-Camp ohne Tux im Sessel auf dem Zimmer im Linuxhotel

Du meine Güte, vor lauter Migrationsgedöns an der Arbeit bin ich ja noch gar nicht dazu gekommen, über das diesjährige Treffen der Serendipity-Community zu schreiben, an dem ich vom 26. bis 28. April in diesem Jahr wieder teilnehmen konnte. Here we go.

Das Treffen richtet sich nicht nur an Entwickler, sondern ausdrücklich auch an Anwender der besten Blogsoftware der Welt, zu denen mich auch zähle. Los ging es wie immer am Freitag Abend. Ab 18 Uhr trudelten die - in diesem Jahr leider wenigen - Teilnehmer ein. So waren schließlich wieder alte Bekannte zusammen :-). Leider mussten wir in diesem Jahr schon wieder auf Dirk verzichten, der das Treffen ursprünglich mal iniziiert hat. Leider konnte er nicht zu uns stossen. Auch unser "Chef" und Hauptentwickler Garvin konnte es nicht einrichten, trotzdem hatten wir uns vorgenommen, an diesem Wochenende wieder einiges an der Weiterentwicklung von Serendipity zu arbeiten.

Essen und Trinken

Aber auch die geselligen Abende im Linuxhotel bei dem einen oder andern Glas Rotwein bzw. Flasche Bier und viel zu viel zu Essen sind inzwischen schon Tradition und runden das Event immer zu einer richtig schönen Veranstaltung ab. Außerdem ist Support untereinander ein wichtiges Thema in unserer Community. An diesem Wochenende konnten wir einen Teilnehmer besonders unterstützen, indem wir ihn in das ordnungsgemäße Öffnen von Nogger-Verpackungen einweisen konnten und wir können mit einigem Stolz sagen, dass er es am Ende des Wochenendes nahezu perfekt beherrschte.

Ich kann also jedem Nutzer von Serendipity (auch wenn man es erst noch werden möchte ;-) ) oder abitionierten Entwickler empfehlen, an unserem S9y-Camp im nächsten Jahr mal teilzunehmen, es lohnt sich wirklich.

Ergebnisse

Was hat sich während des Wochenendes an Serendipity getan? Das wichtigste Ergebnis dürfte die neu veröffentlichte Beta-Version 2.3-beta1 sein, die vorrangig die Kompatibilität zur PHP-Version 7.2 und 7.3 herstellt (die aktuelle stabile Version ist nur bis PHP7.1 kompatibel). Wir haben am Wochenende zwar viel getestet, aber zu einem Beta-Test gehört natürlich auch eine gewisse Anzahl von Nutzern, die die Version auch auf ihren Blogs "in the wild" testen. Also, wenn ihr experimentierfreudig seid, nichts wie ran an die Beta.

Weitere neue Funktionen sind responsive Bilder und das leichtere Erzeugen von Bildergallerien.

Fazit

Aufgrund der wenigen Teilnehmer konnten natürlich nur wenige Dinge umgesetzt werden. Auch deshalb gab es dieses mal wahrscheinlich auch etwas intensivere und leidenschaftlichere Diskussionen als sonst. Trotzdem hat mir das Treffen wieder viel Spaß gemacht und mich - wie jedes Jahr - wieder motiviert, etwas mehr Zeit in das Opensource-Projekt Serendipity zu investieren und das wenige, dass ich als technisch interessierter Nutzer und Nicht-Entwickler beitragen kann, auch beizutragen. Denn schließlich möchte ich noch viele Jahr Freude an meinem kleinen Blog und seiner Blogengine haben.

Bis zum nächsten Jahr und vielen Dank an das Linuxhotel für die Gastfreundschaft und das tolle Angebot für Opensource-Communitys.

In other news

End of Life und Supportende für Kubuntu-Versionen

Kubuntu-Logo

Der Monat April markiert jedes Jahr den Zeitpunkt, an dem die LTS-Versionen von Ubuntu und seiner Derivate das Ende ihres Lebenszyklus erreichen. Die Nutzer von Kubuntu, der Ubuntu-Variante mit KDE-Desktop, müssen diesen April auf zwei Versionen ein Augenmerk legen.

Kubuntu 14.04 LTS wurde im April 2014 veröffentlicht und erreicht nach den regulären 5 Jahren am 25.04.2019 das End-of-Life-Datum.

Eine Besonderheit besteht bei Kubuntu 16.04 LTS. Hier haben die Kubuntu Maintainer bei der Veröffentlichung im April 2016 entschieden, für das Release die Short-LTS Option zu wählen. Das bedeutet, dass nach bereits nach drei Jahren am 21.04.2019 der Support für Kubuntu 16.04 LTS ausläuft.

Betroffene Nutzer sollten also ihr Kubuntu aktualisieren. Hierfür bietet sich das aktuelle LTS-Release 18.04 an, welches wieder fünf Jahre Support anbietet.

Wie ich Nextcloud nutze

Nextcloud Logo

Ich hatte vor einiger Zeit schonmal versprochen, dass ich über mein Nextcloud-Setting schreiben würde. Here we go.

Die Nexcloud-Installation

Ein häufiges Szenario ist ja, dass man Nextcloud auf einem Homeserver laufen lässt und dann über einen DynDNS-Dienst von außen über den Router darauf zugreift.

Ich habe mich anders entschieden und habe meine Nextcloud auf einem Webhosting-Space installiert. Das funktioniert bei meinem Provider ziemlich gut, nur einige Feintuning-Sachen lassen sich nicht einstellen, was mich aber zur Zeit nicht stört.

Als Datenbank-Backend verwende ich ein SQLite-Datenbank. Das ist zwar von Nextcloud nicht unbedingt empfohlen, aber bei einer Installation mit maximal 4 Nutzern dürfte die Performance nicht so sehr ins Gewicht fallen. Ich fand es ganz angenehm, dass dadurch die Datenbank komplett mit im Datenverzeichnis liegt und so von der täglichen Datensicherung des Hosting-Providers mit erfasst ist. Falls es da mal Probleme geben sollte, kann man ja jederzeit auf eine MySQL-Datenbank wechseln.

Nexcloud Basis Frontend

Dateiablage

Die vornehmliche Aufgabe der Nextcloud ist natürlich das Speichern von Dateien. Ich lege hier nicht alle meine Daten ab sondern nutze NC für die folgenden Szenarien:

  • Dateien zwischen verschiedenen Devices austauschen.
  • Dateien auf verschiedenen Devices synchron halten (z.B. die KeePass-Datenbank)
  • Sicherung von Mediendaten von unseren Smartphones
  • Bereitstellung von größeren Dateien an Dritte über Links (z.B. wenn sie zu groß für eine E-Mail sind)

Als externen Speicher habe ich noch meine Magenta-Cloud über Webdav eingebunden, die beim Telekomzugang ja quasi gratis dabei ist.

Neben der Dateiablage kommen noch einige zusätzliche Apps zum Einsatz:

Kontakte

Über die Kontakte-App verwalten alle Familienmitglieder ihre Kontakte auf verschiedenen Geräten. Somit muss man, gerade auf Android-Geräten, nicht zwangsweise alle Kontakte bei Google speichern, was ja sonst standardmäßig geschieht.

Kalender

Ganz wichtig ist die Kalender-App. Wir haben einen Familienkalender, der mit allen Familienmitglieder geteilt wird. So kann (sofern man das als Teenager will ;-) ) jeder auf die allgemeinen Termine zugreifen. Das ist natürlich hauptsächlich für Papa und Mama wichtig. Daneben kann sich natürlich jeder beliebig viele zusätzliche Kalender anlegen, in denen er Termine pflegt, die nicht für alle anderen von Interesse sind.

Notizen

Mit der Notizen-App kann jeder bequem auf verschiedenen Geräten Notizen anlegen. Die App unterstützt dabei auch Markdown, was ich mir zur Zeit bei meinem Workflow zur Blogartikel-Erstellung zu nutze mache. Aber dazu mehr in einem späteren Artikel.

Aufgaben

Die Aufgaben-App ermöglicht die einfache Verwaltung von Aufgaben über einen zusätzlichen Kalender. Funktioniert ebenfalls gut auf allen möglichen Endgeräten.

Bookmarks

Die App zur Erstellung von Bookmarks teste ich derzeit. Ziel ist es hierüber auf jedem - auch fremden - Gerät auf wichtige Links zugreifen zu können. So richtig warm bin ich mit der App aber noch nicht geworden.

Desktop (Linux)

Bei mir zu Hause haben alle Desktop-Systeme, seien es PCs oder Laptops, Linux als Betriebssystem installiert. Die Nutzung würde sich aber so ziemlich genauso auch auf Windows oder MacOS gestalten, denke ich mal.

Wie nutze ich die Nextcloud also auf meinen Desktop-Systemen? Zunächst einmal ganz klassisch über das Browser-Frontend. Aber ich habe auch den Nextcloud-Client installiert, mit dem alle oder auch nur ausgewählte Verzeichnisse der Nextcloud mit dem Desktop synchronisiert werden.

Den Kalender und die Kontakte synchronisiere ich mit dem Mailclient Thunderbird. Hierbei kommen die Addons Lightning für den Kalender und CardBook für die Kontakte zum Einsatz.

Ein Tool unter Linux, das sehr gut mit der Notizen-App von Nextcloud harmonisiert, ist QOwnNotes. Hier kann man bequem (Markdown) Notizen schreiben als auch die Aufgaben aus der Aufgaben-App verwalten.

Smartphone (Andoid)

Auf dem Smartphone kommt die Nextcloud-App zum Einsatz, um Dateien zu Synchronisieren oder mit anderen Geräten auszutauschen. Außerdem nutze ich die praktische "Sofort-Upload"-Funktion, die Fotos oder Videos direkt (oder sobald sich das Smartphone in einem WLAN befindet) in die Nextcloud sichern lässt.

Zum Synchronisieren von Kalender und Kontakten nutze ich zwei Apps: CalDav-Sync und CardDav-Sync. Diese integrieren sich in die jeweiligen Kalender- und Kontakt-Apps unserer jeweils genutzen Android-Geräte.

Mit Nextcloud-Notes und OpenTasks verwalte ich Notizen und Aufgaben. Die Notizen werden dabei direkt über das Nextcloudkonto in der App synchronisiert, OpenTasks nutzt die synchronisierten Kalenderdaten von CalDav-Sync.

Tablet (iOS)

Ich habe auch noch ein etwas älteres iPad im Einsatz (vornehmlich auf der Couch), welches sich auch mit der Nextcloud verbindet. Allerdings nutze ich hier nur den Kalender-Sync mit der nativen iOS-Kalender-App und die Nextcloud-App, um Dateien zu synchronisieren. Aber auch hier gäbe es natürlich noch weitere Möglichkeiten die Nextcloud zu nutzen.

Fazit

Alles in allem ist die Nextcloud für mich ein wichtiges Werkzeug für mein tägliches Online-Leben geworden, das ich nicht mehr missen möchte. Mit der neuen Version 15 kommt auch noch eine SocialMedia-App dazu, mit der man sich auch an diverse Dienste im Fediverse (z.B. Mastodon) anbinden kann. Das finde ich auch sehr interessant und werde es auf jeden Fall einmal testen.

Zum Schluss die obligatorische Frage: Nutzt ihr auch eine Nextcloud und habt ich andere Nutzungsszenarien? Oder benutzt ihr etwas ganz anderes? Ich freue mich auf reges Feedback.

Kubuntu Cosmic Cuttlefish (18.10) Beta erschienen

Bald ist es Oktober und somit steht das nächste Zwischenrelease für die beliebte Linux-Distribution Ubuntu und damit auch für die verschiedenen Desktop-Flavours an. Auch für das von mir bevorzugte Kubuntu, welches auf die Desktop-Umgebung KDE optimiert wurde, haben die Entwickler nun die erste Beta der Version 18.10 zur Verfügung gestellt.

Wie immer gibt es den Hinweis der Kubuntu-Community, dass die Beta-Version nicht für Nutzer gedacht ist, die ein stabiles System benötigen. Eine Beta kann immer Fehler und Probleme enthalten, darüber sollte man sich im klaren sein, wenn man eine solche Version installiert.

Ich nutze schon seit langem immer nur die LTS-Versionen von Kubuntu und habe auf meinem Rechnern vor kurzem die letzte LTS-Version 18.04 installiert. Dennoch habe ich mir das ISO heruntergeladen und in einer virtuellen Maschine installiert, um mir Kubuntu 18.10 einmal kurz anzusehen.

Sofware aufgefrischt

Kubuntu Screenshot 1Für diejenigen Nutzer, die bereits mit der 18.04 unterwegs sind, ändert sich außer dem angepassten Standardhintergrund-Bild nicht viel. Das dunkle Theme der letzten LTS-Version, das mir übrigens sehr gut gefällt, wurde übernommen. Die Plasma-Version wurde auf 5.13.5 aktualisiert. Die KDE-Applications  kommen in der Version 18.04.3 daher.

Der Standard-Webbrowser ist nach wie vor Mozillas Firefox. Nutzt man die Standardinstallation, die eine große Auswahl von Software-Paketen mitinstalliert, steht als Office-Suite LibreOffice 6.1.1 zur Verfügung, das jetzt erstmals QT5 für die Darstellung des Frontends nutzt.

Snaps standardmäßig aktiviert

Discover mit aktiviertem Snap-BackendSchon in 18.04 waren die Paketverwaltungs-Tools Snap und Flatpak im Programmverwaltungs-Tool "Discover" integriert, beide mussten aber zunächst in den Einstellungen aktiviert werden, um genutzt werden zu können. In der Beta sind nun Snaps standardmäßig aktiviert. Das kann bei unerfahrenen Benutzern allerdings zu Verwirrungen führen, wenn auf einmal scheinbar identische Programme mehrmals auftauchen.

Programmliste in DiscoverErst ein Klick auf die verschiedenen Einträge offenbart die Quelle des Programms, ob es also aus einem (Ubuntu) Repository oder aus einem Snap installiert wird. Hier wäre es sicher schöner, wenn man das gleich in der Übersicht erkennen könnte.

Programmquelle im Detail

Kurzes Zwischenspiel für Wayland

Der alternative Anzeige-Server Wayland hat in dieser Beta ein kurzes Zwischenspiel. Man kann diesen bei der Anmeldung am System als Alternative zum X-Server starten. Die Entwickler weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass die Implementierung noch sehr instabil ist nur zu Testzwecken genutzt werden sollte. In der stabilen Version von Kubuntu 18.10 wird die Option standarmäßig nicht mehr zur Verfügung stehen.

Testen und Bugs melden

Das Ziel einer Beta-Version ist es immer, mögliche Fehler und Stabilitätsprobleme vor dem eigentlichen Release zu finden und noch vorher beheben zu können. Wer sich Kubuntu 18.10 also schonmal installiert (zum Beispiel gefahrlos in einer virtuellen Maschine) und solche Bugs findet, kann die im Bugtracker melden und so zur Qualität vom endgültigen Release beitragen. Happy Testing!

Kubuntu 16.04 - Grafikprobleme nach Kernelupdate im Juli 2018

Auf meinem stationären Rechner daheim verrichtet nun seit über zwei Jahren ein Kubuntu 16.04 LTS brav seinen Dienst und macht eigentlich kaum Probleme, auch nicht bei den Systemupdates, die regelmäßig erscheinen. Beim letzten Update im Juli 2018, bei dem auch der Kernel auf die Version 4.4.0-130 aktualisiert wurde, gab es auf meinem Rechner aber einige Grafikprobleme. So war zum Beispiel die Transparenz der Kontrollleiste nicht mehr wie vorher, die Farben des hellen Breeze-Themes waren deutlich dunkler und irgendwie "nicht mehr stimmig".

Problematischer war jedoch, dass im Firefox-Browser einige der Icons in der Iconleiste nicht mehr angeklickt werden konnten, zum Beispiel das "Menü"-Icon und auch das von uBlock Origin.

Firefox Iconleiste

Nach einigem Suchen im Netz scheint es sich um ein Problem des Compositors in Verbindung mit OpenGL zu handeln. Das sorgt wohl für die komischen Farben und für die Probleme mit Anwendungen, die GTK-Stilelemente nutzen und nicht die von KDE/Plasma (wie z.B. Firefox). Folgende Systemeinstellung hat das Problem bei mir zunächt einmal behoben.

In den Systemeinstellungen unter "Anzeige und Monitor" im Reiter "Compositor" habe ich das Ausgabemodul auf "XRender" umgestellt.

XRender-Einstellung

Danach waren die Icons im Firefox sofort wieder klickbar, die Farbprobleme der Kontrollleiste waren nach einem Neustart des Systems auch verschwunden. Negative Nebeneffekte durch diese Umstellung habe ich bisher nicht festgestellt. Ich werde das Problem mal weiter verfolgen und wenn ich weitere Informationen finde, diesen Artikel aktualisieren.

Neuer DSL-Anschluss bei mir zu Hause

Seit vielen Jahren wurde mein heimisches Netz mit einem ISDN-Anschluss (neumodisch Universalanschluss) und einem 16.000er DSL versorgt. Das ist jetzt nicht gerade üppig, aber die 16Mbit im Downstream kamen immer stabil und zuverlässig bei mir an. Und so waren die üblichen Netzaktivitäten wie Surfen, Steaming von Spotify, Youtube und Netflix auch mit zwei Kindern im Teenager-Alter bisher kein Problem. Und so habe ich den notwendigen Wechsel auf einen der neuen IP-Anschlüsse der Telekom bisher immer hinausgezögert, wohl wissend, dass irgendwann dieses oder nächstes Jahr damit Schluss sein würde und die Telekom den alter "ISDNer" von sich aus kündigen würde.

Nun hat die Telekom allerdings bei uns im Ort auch verkabelungstechnisch aufgerüstet und eine Abfrage der möglichen DSL-Geschwindigkeit an meiner Adresse ergab, dass ich bis zu 200Mbit VDSL bekommen könnte. Nicht schlecht. :-)

Da der alte 16Mbit DSL-Anschluss mit ISDN nicht gerade ein preisliches Schnäppchen war, habe ich mich dann aufgrund der oben schon erwähnten Umstände dann zum Umstellen des Tarifs und des Anschlusses entschieden. Bestellt habe ich letztendlich einen IP-Anschluss mit 100Mbit Down- und 40Mbit Upstreamgeschwindigkeit, wieder bei der Telekom. Die Bereitstellung und der Tarifwechsel liefen problemlos und der Anschluss wurde 14 Tage nach der Online-Beauftragung umgestellt.

Etwas Planung erforderte die Umstellung der Zugangs- und Router-Technik. Am alten Anschluss werkelte ein Netgear-Router im DSL-Modem-Modus. Die Verbindung und das Routing erfolgte durch einen Linux-Server, der auch DHCP- und DNS-Dienste für mein Heimnetz zur Verfügung stellte. Der ein oder andere Dienst, wie z.B. Proxyserver, Webserver und eine kleine Nagios-Installation zur Überwachung einiger externer Server hatte auch dort seinen Platz. Das ganze war auch per SSH vom Internet aus zu erreichen, damit ich bei Bedarf auch mal von Unterwegs zu Hause nach dem Rechten schauen konnte.

Der Netgear-Router war am neuen IP-Anschluss nicht mehr zu gebrauchen, außerdem brauchte ich ja auch eine Lösung für die IP-Telefonie. Letztendlich habe ich mich hier von meinem Linux-Router verabschiedet und bin für Routing, DHCP und DNS auf eine FritzBox 7590 umgestiegen. Diese erledigt auch die Telefonie mit den bereits bei uns im Haus vorhandenen Fernsprechgeräten.

Einige von mir benötigte (na ja, oder sagen wir mal, zum Teil auch aus Spieltrieb installierte) Dienste kann die FritzBox allerdings nicht bereitstellen. Für diese Dinge habe ich mich für einen kleinen Linuxserver auf Basis eines RaspberryPi 3B+ entschieden. Das hat hoffentlich auch Vorteile für den Stromverbrauch, denn der alte Linux-Server lief 24/7 auf einer "normalen" PC-Hardware. Auf dem Raspi läuft nun zunächst die Nagios-Installation und er stellt einen SSH-Zugang über die FritzBox von außen zur Verfügung. Weitere Dienste werde ich in nächster Zeit noch implementieren, je nach dem ob ich sie noch benötige oder, wie ich schon bei einigen Programmen vom alten Linux-Server bemerkt habe, ich sie nur zu Testzwecken installiert hatte und schon gar nicht mehr benötige.

Die vertraglichen Down- und Upstream-Geschwindigkeiten werden gemäß den einschlägigen Prüftools sogar fast immer erreicht. Ein Flaschenhals und Geschwindigkeitsbremse ist noch das hier installierte WLAN-Netz, das ich aufgrund der baulichen Gegebenheiten bisher mit einem DLAN-Netz über die Stromleitung betreibe. Hier gibt es eventuell mit der FritzBox und ihrer WLAN-Mesh-Funktion noch Optimierungsmöglichkeiten, allerdings sind dafür wahrscheinlich auch noch einige neue Hardware-Komponenten notwendig. Da in meinem Arbeitszimmer alles über LAN-Kabel läuft, ist der Leidensdruck hier noch nicht so groß. ;-)

Und so bin ich mit dem momentanen Setup erstmal zufrieden und genieße die neue Internet-Geschwindigkeit, die sich gerade beim Download größerer Dateien oder beim Youtube-Streaming bemerkbar macht. Über weitere Änderungen und Experimente auf dem Raspi-Server werde ich euch hier auf dem Laufenden halten.

Distributions-Erwägungen

Wie man am Titel des Blogposts schon erkennen kann, soll es hier um Linux-Distributionen gehen. Im April wird es mal wieder soweit sein, dass ein Update auf eine neue Linux-Variante auf meinem Hauptrechner ansteht. Bisher werkelt dort ein Kubuntu 16.04 LTS, welches auch noch für weitere drei Jahre Unterstützung und Updates erhält. Warum also wechseln?

Nun, ich nutze Kubuntu jetzt seit der Version 12.04, also seit April 2012. Mein Lieblings-Linuxdesktop ist KDE, weshalb es damals dieser Flavour von Ubuntu wurde. Der erste Plan war damals tatsächlich, die LTS-Variante jeweils die vollen 5 Jahre zu nutzen, um möglichst wenig Arbeit und lange ein stabiles System zu haben. Allerdings stellte sich heraus, dass viele Anwendungen halt innerhalb von zwei Jahren neue Versionen mit neuen Features bekamen, die dann in der alten LTS-Version halt nicht verfügbar waren. Also habe ich dann jeweils in 2014 und 2016 ein Update (keine Neuinstallation) auf die jeweilige neue LTS-Version durchgeführt, was auch immer gut funktionert hat.

Wenn ich diesem Turnus weiter folge, steht also im April diesen Jahres wieder ein Update an und ich habe ein paar Überlegungen angestellt. Zunächst einmal werde ich diesmal kein Update durchführen, sondern eine frische Installation machen. Im Laufe der Jahre hat sich doch einiger Datenmüll in den Verzeichnissen angesammelt und auch die Standardeinstsellungen von KDE und einigen Anwendungen sind wahrscheinlich nicht mehr so State-of-the-Art. Auch überlege ich, ob ich bei Kubuntu bleibe oder mal einen Wechsel zu einer anderen Distribution wage. Und hier kommen die bisherigen Kandidaten.

Kubuntu 18.04

Natürlich ist die neue LTS-Version von Kubuntu ein möglicher Kandidat. Die letzten Jahre hat mir das Ubuntu-Derivat immer gute Dienste geleistet und mich eigentlich nie hängen lassen. Der Erfahrung nach sollte man nach dem Erscheinen der Version noch ein paar Wochen warten, bis eventuelle grobe Bugs noch gefunden und gefixt wurden. Um die Kubuntu-Community ist es allerdings in der letzten Zeit relativ ruhig geworden. Die Frage ist also, ob man sich hier nochmal auf (mindestens) zwei Jahre einlässt.

KDE Neon

Eine Alternative zu Kubuntu wäre KDE Neon. Es handelt sich hierbei streng genommen nicht um eine Distribution. Neon basiert auf Ubuntu und stellt lediglich ein Repository zur Verfügung, dass immer die aktuellsten KDE-Pakete enthält. Dadurch kann man immer die neuesten Versionen der KDE-Programme und des Plasma-Desktops nutzen. Vorteil hier wäre eine aktive Community und die Nutzung von allen aktuellen Features von KDE. Eine Distribution, in der immer aktuelle Versionen von Software eingespielt werden, birgt aber auch immer das Risiko, dass sich Bugs und Intabilitäten einschleichen.

Solus

Solus ist ein kleiner Geheimtipp. Die Distribution wurde von Grund auf neu zusammengestellt, basiert also auf keiner der bekanten großen Player. Der Standard-Desktop "Budgie" ist sehr ansehnlich und super flott und stabil. Die Distribution ist ein Rolling-Release, es gibt also permanente Updates ohne echte Versionssprünge, es werden lediglich zu bestimmten Entwicklungsständen Snapshots für Installationsmedien erstellt, die dann eine Versionsnummer erhalten. Es gibt eine kleine, aber sehr aktive deutsche Community und die Entwickler rund um Ikey Doherty reagieren sehr schnell auf Anforderungen und Probleme. Hier würde ich eine echte Alternative zu meinem bisherigen Favoriten KDE sehen, obwohl in diesem Jahr auch noch eine Version mit Plasma als Desktop-Umgebung erscheinen soll.

Und so werde ich mir die nächsten Wochen noch ein paar Gedanken machen. Zum Glück drängelt mich ja keiner und mein Kubuntu 16.04 wird ja noch ein paar Jährchen unterstützt. ;-) Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten, was sich distributionstechnisch bei mir so tut. Und wenn jemand noch weitere Distro-Tipps und -Empfehlungen hat, immer her damit.

Zu Gast beim Ubuntufun-Podcast Nr. 46

Ubuntufun-Logo

Marius und Max haben mich zum zweiten Mal eingeladen, bei einer Folge des Ubuntufun-Podcasts mitzumachen. Ich habe als "Alterspräsident" mit den beiden unter anderem über antike Hardware gesprochen. ;-)

Es hat mir - und hoffentlich Marius und Max auch - viel Spaß gemacht und ich bedanke mich herzlich für die Einladung. Wer den Podcast hören möchte, geht bitte hier entlang.

Kubuntu 17.10 beta1 steht zum Test zur Verfügung

Kubuntu Logo

Im Oktober wird die Version 17.10 von Ubuntu und seinen Derivaten - darunter auch die KDE-Variante Kubuntu - erscheinen. Für Neugierige steht nun bereits die beta1 von Kubuntu 17.10 zur Verfügung.

Wir immer sollte man diese Version nicht auf Systemen installieren, die man produktiv nutzt und dringend benötigt. Es bietet sich an, die Version in einer virtuellen Maschine, z.B. unter Virtualbox, auszuprobieren.

Wer es wirklich möchte, kann eine bestehende 17.04 mit dem Befehl "sudo do-release-upgrade -d" auf die 17.10 beta1 aktualisieren. Images für eine frische Installation findet ihr hier.

Die Release-Notes findet ihr wie immer im offiziellen Wiki. Viel Spaß beim Testen