Zugangssperren im Buchladen

In der Debatte um das Gesetz zu Internetsperren hat die Zeit gestern ein Interview mit Familienministerin von der Leyen und der Initiatorin der Petition gegen das Gesetz, Franziska Heine, veröffentlicht. Das Gespräch wurde schon sehr ausführlich bei Netzpolitik und von Fefe kommentiert.

Im Gespräch bemüht Frau von der Leyen wieder mal die Anlaogie vom Buch mit illegalen Inhalten in einem Buchladen:

"Aber es ist ein wichtiges Argument für die Frage, warum man die Seiten blockt! In einem Buchladen darf auch kein Bildband mit kinderpornografischem Material herumliegen. Das ist ganz selbstverständlich akzeptiert. Niemand schreit „Zensur“, wenn ein solcher Bildband nicht ausliegen darf. Das setzen wir jetzt auch im Netz durch."

Heine antwortet darauf:

"Nein, Sie tun etwas anderes. Sie wollen, um bei Ihrem Bild zu bleiben, bloß ein weißes Blatt Papier über das Kinderporno-Buch legen, statt es aus dem Laden zu entfernen."

Die komplette Analogie stellt sich nach dem jetzigen Stand des Gesetzes wie folgt dar:

Ein BKA-Beamter sucht in Buchläden regelmäßig nach Büchern mit verbotenem Inhalt. In einer Buchhandlung findet er in einem Regal einen Bildband, der nach seiner Ansicht Kipo-Material enthält. Er könnte jetzt  ohne Probleme einen richterlichen Beschluss erwirken, um den Bildband zu beschlagnahmen. Genauso könnte er eine der Verkäuferinnen bitten, den Bildband aus dem Regal zu entfernen. Da diese beiden Optionen nach Ansicht des Beamten nicht "in angemessener Zeit erfolgversprechend" sind, verhängt er das komplette Regal mit einem großen Tuch, auf dem ein Stoppschild abgebildet ist und der Hinweis, dass man den Inhalt des Regals nicht mehr einsehen darf, weil er illegales Material enthält. Danach verlässt er den Laden wieder.

Es ist natürlich für jeden, der den Buchladen betritt ein Leichtes, das Tuch hochzuheben und in das Regal zu schauen, die meisten trauen sich aber nicht. Einige Besucher sind entsetzt, das in diesem Laden solcher "Schmutz" angeboten wird.

Nach 3 Monaten kommt eine Komission am Buchladen vorbei, die die Rechtmäßigkeit des aufgehängten Tuchs prüfen kann. Da die Kommision aber nur in Stichproben jedes 10. Tuch prüft, gehen sie diesmal an dem Laden vorbei.

Der Buchladen wird von jetzt von fast allen Kunden gemieden. Der Besitzer des Buchladens beschwert sich beim BKA, in einem Eilverfahren stellt man fest, dass der Bildband aus dem Regal genommen wurde, von wem lässt sich nicht mehr feststellen. Das Tuch wird entfernt. Der Laden muss dennoch schliessen, die Kunden kommen nicht mehr wieder. Der Bildband steht in einem anderen Buchladen in einem anderen Regal, bis er vielleicht vom einem BKA-Beamten gefunden wird...

Im "richtigen Leben" undenkbar, im Internet aber wohl demnächst gängige Praxis, leider.

The good, the bad and the ugly

Heute mal in einer ganz anderen Version, auf dem Instrument, das übersetzt "Hüpfender Floh" heißt. 

Die Papierkugel

Ich bin ja nun wirklich kein Fußballfan, aber das schreit danach, geblogt zu werden. Eine kleine Papierkugel hatte wohl eine "eingreifende" Rolle im UEFA-Cup Spiel Hamburg gegen Bremen. Hier erstmal das Video dazu:

Inzwischen gibt es über 50 Auktionen bei Ebay, in denen man angeblich dieses (oder andere) Papierkugeln ersteigern kann. Lustig fand ich auch diesen Wiki-Eintrag. Und, wie sollte es in Web 2.0 - Zeiten auch anders sein, die Zellstoffkugel hat natürlich auch schon einen Twitteraccount mit über 200 Followern.

via: Aptgetupdate

Frühlingsgefühle

Für alle, die noch nicht so richtig in Frühlingsstimmung sind, empfehle ich dieses Video über das Liebesleben der Spitzmaus.

Link: Video bei  Spiegel-Online

Buchstabensalat

Ich weiss schon, warum ich keinen Blackberry mit Mehrfachtastenbelegung mag.

Cebit, ich komme!

Morgen ist es nun soweit. Ich mache meinen diesjährigen Cebit-Besuch. Da ich auch dienstlich unterwegs bin, werde ich mich wohl erstmal bei den Herstellern von Banken-IT, wie Herstellern von SB-Technik und Geldbearbeitungsgeräten herumtreiben.

Was mich als Blogger natürlich auch sehr interessiert, ist der neue Messe-Schwerpunkt "Webciety". Die  Webciety, ein Kunstwort aus Web und Society, will den Einfluß des Internets auf unsere Gesellschaft darstellen. Hier gibt es sicherlich einiges Interessantes zu entdecken. Einige Blogger haben schon darüber berichtet.

Wenn jemand von Euch schon da war und noch Besuchs-Tipps für mich hat, kann er oder sie die gern hier in den Kommentaren loswerden oder mich antwittern.

Nachtgedacht (2)

Was soll ich schreiben, hört es euch einfach an.


Vernetzt

Ich gebe ja zu, dass ich es beim Kabelverlegen und Patchen auch nicht immer mit der Ordnung so genau nehme. Aber was ich kürzlich in einer Produktivumgebung in einem kleinen Büro gesehen habe, hat selbst mich ein wenig erschreckt. Aber seht selbst:

Wohlgemerkt, das ganze hat tatsächlich so funktioniert. Ich beneide allerdings denjenigen nicht, der hier mal nach einem Fehler suchen muss.

Nicht anklicken!

Wie verbreite ich einen Wurm im Internet. Hier das Rezept:

Zutaten:

  • Ein Link auf eine Website mit einem Button, auf dem "Nicht anklicken!" (Don't klick) steht und einem darunter liegenden iFrame, der eine versteckte Aktion (versenden des Wurms) ausführt.
  • Ein Netzwerk, in dem ich eine Nachricht an Tausende von Teilnehmern posten kann (z.B. Twitter).

Man poste den Link in das Netzwerk und versehe ihn ebenfalls mit den Worten "Nicht anklicken!" und lehne sich entspannt zurück. Die ersten Follower werden den Link alsbald anklicken und natürlich auch auf den Button klicken. Durch den Klick wird im Hintergrund über den Twitter-Account des Klickers die Nachricht nocheinmal gepostet und so weiter und so weiter....

Die heutige "Don't klick"-Welle auf Twitter hat wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, wie einfach das Webvolk zu manipulieren ist. Etwas anzuklicken, auf dem "Nicht anklicken" steht, ist offenbar ein Reflex, dem sehr viele ohne groß nachzudenken einfach nachgeben. Zum Glück hatte die Seite (diesmal) keine weiteren Schadroutinen implementiert, dennoch wahren am Ende des Tages viele Twitter-User verunsichert. Netzgrößen wie Sascha Lobo twitterten panisch, dass sie den Tweet gelöscht und auch das Twitter-Passwort geändert hätten.

Diese auch Clickjacking genannte Methode ist nicht neu, und wird zum Beispiel vom Firefox-Addon "NoScript" erkannt und verhindert. Weitere Hintergründe gibt es bei heise. Die Twitter-Macher haben inzwischen in ihrem Blog veröffentlicht, dass durch Programmänderungen derartige Angriffe ab sofort blockiert werden.

Zieht euch warm an

Gerade lese ich einen neuen Eintrag in der Support-Datenbank unseres Rechenzentrums. Es geht um eine Fehlermeldung, die bei der Einwahl in unser VPN über UMTS auftreten kann. 

Was ist zu tun?

Die Meldung erscheint, weil die UMTS-Verbindung abgebrochen ist und nicht schnell genug wieder aufgebaut werden konnte. Dies ist auf Verbindungsprobleme zurückzuführen, die in geschlossenen Räumen auftreten können. Versuchen Sie die Einwahl erneut, evtl. im Freien oder bei geöffnetem Fenster.

Vielleicht sollten wir zu unseren mobilen Arbeitsplätzen als Zusatzausstattung noch warme Jacken ausgeben?

tweetbackcheck