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Eine Tasse Kaffee am Sonntagmorgen 001

Am Sonntag bin ich morgens immer etwas früher wach als der Rest der Familie (ob das schon an diesem Alter liegt?). Mit einer Tasse Kaffee sitze ich dann oft am Rechner, stöbert im Internet und manchmal kommt dann im koffein-gefluteten Gehirn ein Thema vorbei, über dass man etwas sagen möchte.

Dafür ist diese Rubrik jetzt hier und ihr müsst mit mir zusammen da durch.

Also legen wir los.

Über gekürzte RSS-Feeds

Als ich im April 2006 hier mit meinem Blog gestartet bin, war die “Blogosphäre” noch übersichtlich. Alles war etwas kleiner und gefühlt privater. Es gehörte dazu, eine “Blogroll” mit seinen Lieblings-Blogs in der Seitenleiste zu haben und über Verlinkungen fand man andere interessante Blogs.

Die ersten Blog-Verzeichnisse kamen auf, in denen man seinen Blog eintragen konnte und so entstanden nach Themen kategorisierte Verzeichnisse.

Irgendwann wurde es trotzdem schwer, auf allen Seiten die neuen Blogbeiträge im Auge zu behalten und seit dieser Zeit nutze ich RSS-Feeds, um Neuigkeiten im Netz zu verfolgen.

Ein RSS-Feed ist eine XML-Datei, die die Inhalte einer Webseite in einem genormten Format enthält und die man mit einem sogenannten RSS-Reader abonnieren kann. Der Reader ruft diese Datei in regelmäßigen Abständen ab und stellt die Inhalte hübsch aufbereitet dar. Auf diese Weise sieht man an einer zentralen Stelle Neuerungen auf den abonnierten Seiten. Im Prinzip kann man solch einen RSS-Feed auf beliebigen Internetseiten anbieten, sie sind jedoch besonders sinnvoll auf Nachrichten-Seiten und eben auf Blogs. Die folgenden Gedanken sind daher eher auf diese Spezies von Webseiten bezogen.

Ja, RSS-Feeds sind immer noch ein Ding und ein paar von uns nutzen sie immer noch intensiv. Leider ist es etwas aus der Mode gekommen, auf seiner Seite einen solchen Feed anzubieten. Auf vielen Blogs (oder Nachrichten-Seiten) findet man keinen Link oder Hinweis mehr auf einen RSS-Feed. Mit diversen Browsererweiterungen kann man diese Feeds aber immer noch finden und abonnieren.

In der letzten Zeit habe ich einige neue Blogs gefunden und in meinen Feedreader aufgenommen. Dabei stelle ich fest, das immer mehr Blogger zwar einen Feed zur Verfügung stellen, dieser aber gekü rzt wird. Das bedeutet, ich sehe im Reader immer nur einen Artikelteaser oder die ersten Sätze des Artikels und muss, um den Beitrag vollständig zu lesen, über einen Link auf die Webseite des Blogs wechseln.

Auch einige Blogs, die schon länger in meinem Feedreader liegen, haben in den letzten Monaten von einem Volltext- auf einen gekürzten Feed umgestellt.

Das nervt mich. Ich kann nicht mehr einfach die Beiträge im Reader durchlesen. Ich muss anhand des angebotenen Schnipsels entscheiden, ob ich den Beitrag weiter lesen möchte und dann über den Link auf die jeweilige Webseite wechseln. Manchmal stellt sich dann nach ein paar weiteren Sätzen heraus, dass das Thema doch nicht so meins ist.

Es gibt natürlich ein paar Gründe dafür, den RSS-Feed gekürzt anzubieten. Seiten, die sich über Werbeanzeigen finanzieren, also nicht nur ein reines Hobby-Projekt sind, haben das Problem, dass ein Artikel, der über RSS gelesen wird, keine Klickzahlen bringt. Also gehen hier Einnahmen verloren, wenn auf der Seite Anzeigen geschaltet sind, die nach Views oder Klicks bezahlt werden.

Es ist auch schwer, RSS-Leser in Statistiken zu erfassen. Die Anzahl der Besucher und auch die Frage, welche Inhalte am meisten gelesen werden, ist schwer zu messen. Auch hier besteht ein Vorteil, wenn die Leserin aus dem Feedreader zum Lesen des ganzen Artikels auf die Seite kommt.

Der Betreiber einer Webseite hat sich bei der Erstellung (hoffentlich) auch Gedanken gemacht, wie sie oder er ihre/seine Inhalte optisch präsentiert. Die Gestaltung der Seite unterstützt auch die Inhalte, die ich vermitteln möchte. Auch kann man Mehrwerte für seine Leser über zusätzliche Informationen und Links auf seiner Webseite anbieten, die im Feedreader so nicht zu sehen sind.

Eine Besonderheit bei Blogs ist die Kommentarfunktion, über die Bloggerinnen und Blogger mit den Lesern in Kontakt treten und über die Beiträge diskutieren können. Viele Blogs haben die Kommentarfunktion allerdings nicht mehr aktiv und verschieben die Diskussion eher auf die sozialen Medien. (Das wäre ein Thema für eine andere Tasse Kaffee an einem anderen Sonntagmorgen.) Im Feedreader sehe ich nicht, ob es eine Kommentarfunktion gibt und muss zunächst auf die Seite wechseln.

Ich kann also verstehen, warum ihr das mit den gekürzten Feeds macht. Ich habe aber bei mir festgestellt, dass ich bei den Blogs mit den gekürzten Feeds weniger Artikel komplett lese. Beim Scrollen durch die Artikel bin ich eher geneigt, einen Artikel als gelesen zu markieren, wenn mich eine Überschrift oder die ersten Sätze nicht sofort packen. Bei vollständigen Artikel im Reader lese ich eher den ganzen Beitrag oder überfliege ihn zumindest.

Ich würde mich freuen, wenn ihr als Blogger eure Feeds nicht kürzt. Das erleichtert die Zugänglichkeit zu euren Inhalten und ich würde (gefühlt) mehr eurer Beiträge ganz lesen. Und zum Kommentieren komme ich dann auch gern rüber.

Ein technischer Anhang: Mittlerweile kann man in vielen Feedreadern Einstellungen vornehmen, die anstatt des gekürzten RSS-Feeds den ganzen Inhalt der Webseite abrufen und entsprechend darstellen. Es gibt auch Dienste, die für Seiten einen RSS-Feed bereitstellen, die eigentlich gar keinen solchen anbieten. Das ist aber für technisch nicht so affine Personen eine Hürde und außerdem würde es ja mein oben geschriebenes Jammern obsolet machen. :-)

Serendipity 2.4.0 erschienen

Nach so langer Zeit wieder ein Blogeintrag hier und dann ist es natürlich ein Meta-Beitrag über die hier betriebene beste Blogsoftware der Welt. ;-)

Nach einer sehr langen Beta-Phase haben wir am vergangenen Wochenende die stabile Version von Serendipity 2.4.0 released. Schwerpunkt dieser Version ist die PHP8-Kompatibiltät der Kernsoftware. Da am 27.11.2022 die Unterstützung für PHP7 endet, stellen einige Hostingprovider auf PHP8 um, hierfür ist das Update von Serendipity dringend nötig.

Für weitere Informationen geht es hier zum Release-Blogeintrag.

Anfangen

Ganz schön ruhig hier.

Im Januar sah es ja noch ganz gut aus, ich habe einige Blogposts hier veröffentlicht und auch im Februar kamen noch einige hinzu. Dann aber wurde es still hier am kleinen Lagerfeuer. Und ich kann noch nicht mal so genau sagen, woran es gelegen hat.

Es gab größere Veränderungen in meinem beruflichen Umfeld. Wer von euch immer mal den BuzzZoom-Podcast hört, hat wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich im April den Job gewechselt habe. Das war natürlich aufregend und anstrengend und hat mir wenig Zeit gelassen, hier noch einigermaßen regelmäßig zu schreiben. Und auch nach ein paar Wochen, als sich alles etwas eingespielt hatte, war die Motivation, etwas zu schreiben, nicht sehr groß.

In den letzten Tagen habe ich immer mal wieder gedacht: “Komm, jetzt schreib ich mal wieder was ins Blog rein.” Das schwierige war aber, einfach mal damit anzufangen. Was uns zur Überschrift dieses Posts bringt. Bei mir ist es sehr häufig so, dass ich viel Energie brauche, mit etwas anzufangen. Danach läuft es dann meistens “wie von selbst”.

Jetzt nutze ich also den frühen Sonntag Morgen (ja, ja, ich weiß, senile Bettflucht) und mühe mich an diesen paar Worten ab. Ich bin echt eingerostet. Aber es ist ein Anfang und vielleicht läuft es jetzt ja wieder hier. Außerdem soll es ja Leute geben, die Blogs aus ihrem Feedreader werfen, wenn man längere Zeit nichts postet. Das hätte ich dann hiermit auch verhindert. ;-)

S9y-Camp 2019: Wie man Nogger aufreißt

Kein S9y-Camp ohne Tux im Sessel auf dem Zimmer im Linuxhotel

Du meine Güte, vor lauter Migrationsgedöns an der Arbeit bin ich ja noch gar nicht dazu gekommen, über das diesjährige Treffen der Serendipity-Community zu schreiben, an dem ich vom 26. bis 28. April in diesem Jahr wieder teilnehmen konnte. Here we go.

Das Treffen richtet sich nicht nur an Entwickler, sondern ausdrücklich auch an Anwender der besten Blogsoftware der Welt, zu denen mich auch zähle. Los ging es wie immer am Freitag Abend. Ab 18 Uhr trudelten die - in diesem Jahr leider wenigen - Teilnehmer ein. So waren schließlich wieder alte Bekannte zusammen :-). Leider mussten wir in diesem Jahr schon wieder auf Dirk verzichten, der das Treffen ursprünglich mal iniziiert hat. Leider konnte er nicht zu uns stossen. Auch unser "Chef" und Hauptentwickler Garvin konnte es nicht einrichten, trotzdem hatten wir uns vorgenommen, an diesem Wochenende wieder einiges an der Weiterentwicklung von Serendipity zu arbeiten.

Essen und Trinken

Aber auch die geselligen Abende im Linuxhotel bei dem einen oder andern Glas Rotwein bzw. Flasche Bier und viel zu viel zu Essen sind inzwischen schon Tradition und runden das Event immer zu einer richtig schönen Veranstaltung ab. Außerdem ist Support untereinander ein wichtiges Thema in unserer Community. An diesem Wochenende konnten wir einen Teilnehmer besonders unterstützen, indem wir ihn in das ordnungsgemäße Öffnen von Nogger-Verpackungen einweisen konnten und wir können mit einigem Stolz sagen, dass er es am Ende des Wochenendes nahezu perfekt beherrschte.

Ich kann also jedem Nutzer von Serendipity (auch wenn man es erst noch werden möchte ;-) ) oder abitionierten Entwickler empfehlen, an unserem S9y-Camp im nächsten Jahr mal teilzunehmen, es lohnt sich wirklich.

Ergebnisse

Was hat sich während des Wochenendes an Serendipity getan? Das wichtigste Ergebnis dürfte die neu veröffentlichte Beta-Version 2.3-beta1 sein, die vorrangig die Kompatibilität zur PHP-Version 7.2 und 7.3 herstellt (die aktuelle stabile Version ist nur bis PHP7.1 kompatibel). Wir haben am Wochenende zwar viel getestet, aber zu einem Beta-Test gehört natürlich auch eine gewisse Anzahl von Nutzern, die die Version auch auf ihren Blogs "in the wild" testen. Also, wenn ihr experimentierfreudig seid, nichts wie ran an die Beta.

Weitere neue Funktionen sind responsive Bilder und das leichtere Erzeugen von Bildergallerien.

Fazit

Aufgrund der wenigen Teilnehmer konnten natürlich nur wenige Dinge umgesetzt werden. Auch deshalb gab es dieses mal wahrscheinlich auch etwas intensivere und leidenschaftlichere Diskussionen als sonst. Trotzdem hat mir das Treffen wieder viel Spaß gemacht und mich - wie jedes Jahr - wieder motiviert, etwas mehr Zeit in das Opensource-Projekt Serendipity zu investieren und das wenige, dass ich als technisch interessierter Nutzer und Nicht-Entwickler beitragen kann, auch beizutragen. Denn schließlich möchte ich noch viele Jahr Freude an meinem kleinen Blog und seiner Blogengine haben.

Bis zum nächsten Jahr und vielen Dank an das Linuxhotel für die Gastfreundschaft und das tolle Angebot für Opensource-Communitys.

In other news

Blogbeiträge mit Nextcloud-Notizen und Pandoc erstellen

Nextcloud Logo

Neulich hatte Dirk in einem seiner Linkdumps (die übrigens sehr zu empfehlen sind) einen interessanten Artikel verlinkt, in des es um das Arbeiten mit einfachen Textdateien ging. Das Prinzip dahinter fand ich interessant und so habe ich meinen Workflow zur Erstellung von Blogartikeln neu konzipiert. Das kam auch dem Tagebuchbloggen entgegen, bei dem ich über den Tag verteilt immer mal Ideen sammle und diese dann am Abend etwas ausführlicher fomuliere.

Aber mal von Anfang an. Ich nutze hier im Blog - der treue Leser weiß das natürlich - die Blogsoftware Serendipity. Dort hat man im Backend sehr vielfältige Möglichkeiten, seine Artikel zu schreiben. Man hat die freie Wahl zwischen einigen WYSIWYG-Editoren, die sich wie eine Textverarbeitung bedienen lassen, Auszeichnungssprachen wie Markdown und Puristen können natürlich ihre Artikel direkt in HTML erfassen.

Dank des modernen responsiven Backends geht das auch an Geräten mit kleinern Displays problemlos. Der einzige Nachteil ist, dass man sich immer erst im Backend einloggen muss. Es muss eventuell noch ein neuer Artikel angelegt werden, der auch eine Überschrift braucht und als Entwurf gespeichert werden muss. Das ist bei der Erfassung einer schnellen Idee manchmal zu langwierig. Auch das Speichern der aktuellen Version eines Artikels ist so eine Sache, wenn man etwa auf mehreren Rechnern gleichzeitig im Backend eingeloggt ist und im Artikel gearbeitet hat.

Um diese Probleme zu umgehen (und auch, um das Prinzip "mit Textdateien arbeiten" mal umzusetzen), mache ich mir eine App in meiner Nextcloud-Installation zu Nutze, die Notizen. Mit dieser App fertigt man einfache Textnotizen an, die man kategorisieren kann. Außerdem ist es möglich, Markdown zu verwenden. Der Clou an der Sache ist, dass die Notizen nicht in einer Datenbank abgelegt werden, sondern als Textdatei im Dateisystem von Nextcloud gespeichert werden.

Damit bin ich sehr flexibel, mit welchen Tools oder Apps ich die Dateien bearbeiten kann. Es gibt für jede Plattform ein passendes Tool. Natürlich kann man generell das Webfrontend von Nextcloud nutzen und dort in der Notizen-App schreiben. Mit dem Nextcloud-Client kann ich die enstandene Textdatei auf jeder von mir verwendeten Plattform synchronisieren. Die heruntergeladene Datei kann ich mit meinem Lieblings-Texteditor bearbeiten. Nach dem Speichern wandert die Datei wieder zurück in die Cloud und steht dann für die weitere Bearbeitung auf allen meinen Geräten zur Verfügung.

Screenshot Nextcloud Notizen

Ich nutze gern die Notiz-App im Webfrontend, da ich hier einfach im Webbrowser schreiben kann. Die Eingaben werden fortlaufend gespeichert, so dass ich mir darum keine Sorgen machen muss. Die App hat auch einen ablenkungsfreien Fullscreen-Modus, das ist beim Schreiben auch manchmal ganz hilfreich. Eine Alternative in Nextcloud selbst ist der Markdown-Editor, der ebenfalls sehr komfortabel zu bedienen ist.

Auf dem Linuxdesktop nutze ich QOwnNotes. Die Anwendung arbeitet prima mit Nextcloud zusammen. Und auch auf dem Android Smartphone habe ich mit Nextcloud Notes die Möglichkeit, an Artikeltexten zu arbeiten.

Screenshot QOwnNotes

Zum Übertragen des Textes in das Serendipity Backend wandle ich die Markdown-Datei mit Pandoc in HTML um und kopiere es in Serendipity. Pandoc ist ein Tool zum Konvertieren von allen möglichen Textformaten, sehr nützlich. Bilder zum Artikel lade ich in die Mediendatenbank hoch und füge sie dann noch im Backend in den Artikel ein.

Der Zwischenschritt mit der Umwandlung in HTML wäre vermutlich nicht notwendig, wenn ich das Markdown-Plugin in Serendipity nutzen würde. Allerdings weiß ich nicht, was das mit den alten Artikeln macht, die nicht in Markdown formatiert sind. Da muss ich noch ein paar Tests durchführen.

Mit diesem Setting bin ich momentan ziemlich zufrieden. Dass der Blogbeitrag bis zur Einstellung im Serendipity-Backend als Textdokument vorliegt, eröffnet sehr flexible Ḿöglichkeiten der Bearbeitung. Beim Schreiben kann ich mich auf das wesentliche konzentrieren und mit Markdown kann ich ohne viel geklicke eine grundlegende Formatierung des Textes erreichen.

Übrigens hat Robert neulich auch mal beschrieben, wie er seine Blogartikel schreibt.

Was nutzt ihr denn so für Werkzeuge, um Artikel für euren Blog zu produzieren?

Serendipity-Camp 2019 - Terminfindung ist gestartet

Gemäß der uralten Tradition ;-) soll es auch in 2019 im Frühjahr wieder ein Treffen von Entwicklern und Benutzern der besten Blogsoftware der Welt geben.

Das Serendipity-Camp wird wieder im Linux-Hotel in Essen stattfinden und wie jedes Jahr werden wir den Termin erdoodlen. Wer mitmachen möchte kann also aktiv mitbestimmen, wann das Treffen stattfindet.

Alle Infos und den Link zum Doodle findet ihr auf der Event-Seite, also nix wie hin. :-)

Robert Basic ist gestorben

Gerstern war ich tagsüber unterwegs und habe daher erst spät in meiner Twitter-Timeline die traurige Nachricht gelesen. Robert Basic, Gründer des BasicThinking-Blogs und Bloggervorbild ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag an einem Herzleiden verstorben.

Wir für viele andere auch war Robert (und sein Blog) für mich eine Inspiration und auch ein Grund, warum in diesem Blog hier schon seit vielen Jahren immer noch der ein oder anderen neuen Artikel erscheint.

Ich habe Robert nicht persönlich gekannt oder getroffen. Trotzdem macht mich die Nachricht von seinem Tod betroffen und traurig. Und ich denke, das "wir" Blogger ihm schuldig sind, ihm einen kleinen Platz und Nachruf an unseren Lagerfeuern im Netz zu geben. Da ich das lange nicht so gut kann wie andere, die ihn persönlich kannten, verlinke ich hier mit großem Respekt auf zwei Artikel, die - so meine ich - sehr würdevoll von ihm Abschied nehmen.

Mobile Geeks - In Gedenken an Robert Basic: Gute Reise, lieber Rob

BasicThinking - Robert Basic ist tot – ein Nachruf.

Wir lieben Blogs - Blogempfehlungen

Wir-lieben-Blogs-Logo

Heute ist es nun soweit, am 27.6. empfehlen Blogger im Rahmen der Aktion #WirliebenBlogs andere Blogs, die sie selbst gern lesen. Hier kommen also ein paar Empfehlungen aus meinem Feedreader:

Gerade neu entdeckt, nicht so viele Beiträge, die dafür aber sehr lesenswert:

Schicht 8

Themen für Nerds, nicht nur Open Source aber auch, wöchentlicher Podcast:

nerdzoom.de

Special Interest, aus dem Leben einer Pfarrerin:

Plözlich Pfarrerin

Privater Blog von Bernd, ein Mitglied unserer S9y-Community:

Bernds Rappelkiste

Hier gibt es unterhaltsames und Nachdenkliches aus dem Familienleben:

Bis einer heult

Aus dem (Technik-) Leben einer Administratorin und Buchautorin:

Un*xe

Und natürlich die tägliche Dosis Lustiges und Kurioses aus dem Netz:

Das Kraftfuttermischwerk

Das soll es von meiner Seite erstmal gewesen sein. Ich hoffe, in den anderen Artikeln zu dieser Aktion auch wieder ein paar neue Blogs in diesem Internet zu entdecken.

Wir lieben Blogs - Aktion am 27.06.2018

Wir-lieben-Blogs-Logo

Heute bin ich in den Weiten des Internets auf die Blogger-Aktion "Wir lieben Blogs" gestossen. Hier haben sich ein paar Blogger zusammen gefunden und überlegt, wie man Blogs wieder etwas mehr Auftrieb und Aufmerksamkeit zukommen lassen könnte.

Wir nannten es "Blogosphäre"

Als ich vor vielen Jahren ;-) anfing zu bloggen, gab es sie noch: Die "Blogosphäre". Die einzelnen Blogs unterstützten sich gegenseitig mit Links und Kommentaren, um Inhalte ohne irgendwelche Algorythmen von großen sozialen Netzwerken und Newsfeeds im Netz zu verbreiten. So vernetzten sich die einzelnen Blogs untereinander. Das ist heutzutage leider etwas eingeschlafen.

Nun kann man natürlich sagen, dass das Internet sich weiter entwickelt hat und diese alte Form der Vernetzung und des Informationsaustauschs nicht mehr zeitgemäß und zielführend ist. Aber vor dem Hintergund von veränderten Gesetzen (DSGVO) und eventuell noch kommenden Änderungen wie Uploadfiltern und Leitungsschutzrecht kann es doch wieder interessant sein, das Netz ein Stück weit zurück zu erobern.

Die Aktion am 27.06.2018

Am geplanten Aktionstag können alle Blogger mitmachen. Veröffentlicht an diesem Tag einen Blogartikel, in dem ihr auf eure Lieblings-Blogs hinweist und diese verlinkt. Wie ihr das macht und wie viele Blogs ihr vorstellt, bleibt ganz euch überlassen. Vielleicht finden wir so wieder die ein oder andere Blog-Perle, mit der wir unseren RSS-Feed füttern können.

Die Webseite zur Aktion

Unter wirliebenblogs.de haben die Initiatoren der Aktion eine Seite geschaltet, auf der die Teilnehmer dieser Aktion gesammelt und aufgeführt werden. Die Seite steht natürlich auch für weitere Aktionen dieser Art zur Verfügung. Hier erhaltet ihr auch weitere Informationen über die Hintergründe.

Mitmachen

Also, liebe Blogger, lassen wir die alten Zeiten nochmal aufleben und verhelfen Blogs wieder zu neuer Aufmerksamkeit und Relevanz im Netz? Dann macht mit, es sind ja noch ein paar Tage Zeit, einen Artikel vorzubereiten. :-)

Ein paar Gedanken zur DSGVO

Gleich mal vorweg: Das hier wird kein "Wie-mache-ich-meinen-Blog-DSGVO-konform"-Artikel. Davon gibt es da draußen ja schon einige zu lesen. Vielmehr habe ich mir mal ein paar Gedanke zu Sinn und Unsinn der neuen Verordnung im Kontext von kleinen, privaten Blogs (wie dieser hier ja auch einer ist) gemacht und möchte sie mit euch teilen.

Gerade von Betreibern von kleinen privaten Seiten ohne gewerbliche Absichten hört oder liest man zur DSGVO gern Aussagen wie

  • "Das kann doch nicht sein, dass ich mit meiner kleinen, privaten Seite den gleichen Regelungen unterliege wie das riesige Facebook."
  • "Lieber nehme ich die Seite offline, als hier ein Risiko einzugehen."
  • "Ist doch nur Futter für die Abmahner."
  • "Die DSGVO macht das Internet kaputt."

Ich muss zugeben, dass ich, als ich anfing, mich mit dem Thema zu beschäftigen, ähnlich gedacht habe. Kann es sein, dass auf einmal Dinge wie das Einbetten von Inhalten, setzen von Cookies oder das Einbinden von Webfonts illegal sein soll? Dinge, an die wir uns in den letzten Jahren so gewöhnt haben und die doch gerade den Spaß und die Benutzbarkeit des Internet ausmachen?

Aber dass ist vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht. Was war den "das Internet" früher? Wir hatten mehr oder weniger statische HTML-Seiten. Da gab es kein CSS, kein Javascript, keine Frameworks. Wir haben einfach Inhalte ins Netz geschrieben, die dann am Rechner aufgerufen wurden (kleine Smartphone-Bildschirme gab es ja noch nicht). Mit der Zeit wurden die Seiten immer komplexer, es mussten Anpassungen an unterschiedliche Browser und Bildschirmgrößen vorgenommen werden. Die entstehenden sozialen Netzwerke sollten auch mit in die eigene Webpräsenz eingebunden werden.

Dabei haben wir uns immer mehr daran gewöhnt, diese Dinge möglichst einfach in unsere Webseiten zu integrieren. Blog- oder CMS-Systeme wie z.B. Wordpress bieten mit tausenden Plugins die Möglichkeit, ohne große Programmier-Kenntnis komplexen Code und Formatierungen in Webseiten einzubauen. Das sieht dann toll aus und macht ein (hoffentlich gutes) Benutzer-Erlebnis. Allerdings scherte man sich bislang nicht oder kaum darum, wo die ganzen Codeschnipsel und Design-Elemente her kamen. Hier mal ein Webfont von Google, dort ein JS-Framework über ein CDN. Bei Kommentaren sollen Benutzer-Avatare angezeigt werden? Gravatar macht das schon. Und schon wurde die IP-Adresse und weitere Telemetriedaten beim Besuch einer Webseite fleißig im restlichen Internet herumgereicht, ohne das der Benutzer etwas davon mitbekam oder etwas dagegen tun konnte.

Ich denke, wir müssen uns wieder darüber klar werden, dass die Inhalte unserer Blogs das wesentliche sind. Diese müssen einfach und möglichst barrierefrei den Nutzern zugänglich gemacht werden. Als privates Blog brauche ich keinen Schnick-Schnack wie Tracking- und Analyse-Tools, schicke Overlays und was es sonst noch so gibt. Der Nutzer soll doch wegen der Inhalte zu mir kommen und nicht weil die Seite so fancy aussieht (was nicht gegen ein schönes schlichtes Theme spricht ;-) ).

Und ja, inzwischen bin ich für mich selbst zu den Schluss gekommen, dass der Benutzer beim Besuch meiner privaten Seite die gleichen Rechte beim Schutz seiner personenbezogenen Daten hat, als wenn er zu Google, Facebook oder Twitter surft. Wenn ich Inhalte im Internet publiziere, muss auch ich mir Gedanken machen, wo die personenbezogenen Daten meiner Benutzer gespeichert werden, wohin sie weiter gegeben werden und wie und wann sie mal gelöscht werden. Was macht mein Webhoster mit den Daten, die in der Datenbank des CMS dort abgelegt werden oder in Log-Dateien des Webservers anfallen? Hierzu kann ich Regelungen mit den Dienstleistern treffen und die Besucher meiner Webseite informieren. Das ist sicherlich etwas aufwendig, aber dürfte für die meisten privaten Blogs auch zu schaffen sein.

Wenn dann noch wirksame Mittel gefunden werden, die blühende Abmahn-Industrie im Zaum zu halten, dürfte allen Geholfen sein. Wir können weiter bloggen und das Internet bleibt für die Nutzer ein vielfältiger und bunter Ort, um sich zu informieren, auszutauschen und zu vernetzen.

Just my two cents.