Artikel mit Tag blog

Die letzten zwanzig Jahre

Im Jahr 2006 war Angela Merkel Bundeskanzlerin, George W. Bush war amerikanischer Präsident. Italien wurde in Deutschland Fußballweltmeister und Finnland gewann mit Lordi und "Hard Rock Hallelujah" den Eurovision Song Contest.

Ich war vier Jahre verheiratet, IT-Organisator in einer kleinen Raiffeisenbank, Vater eines dreijährigen Kindes und am 29. April 2006 habe ich diese kleine Lagerfeuer angezündet und seitdem hat es hier mal mehr und mal weniger hell gebrand.

In den ersten Jahren habe ich immer mal wieder über Erfahrungen und lustige Begebenheiten im IT-Support in der Bank gebloggt. Es kamen auch Netzfundstücke und Musikvideos dazu.

Ab Mitte 2012 kamen mehr Inhalte zu BlackBerry-Themen dazu, die BlackBerry-User-Group Kassel startete ein eigenes Blog, später gab es sogar einen Podcast.

Anfang 2013 habe ich dann zum ersten Mal so „richtiges“ Tagebuch-Bloggen versucht, das hat aber nur so zwei oder drei Monate angehalten.

Das legendäre erste S9Y-Camp, ein Treffen der Entwickler- und User-Community um das beste Blogsystem der Welt, das hier von Anfang an unter der Haube werkelt, fand im Jahr 2015 statt. Neben Dirk, der das Treffen damals initiiert hat habe ich viele liebe Menschen kennengelernt, die ich ohne das Blog hier sicher nie getroffen hätte. Projekte wie den BuzzZoom-Podcast hätte es ohne diesen Platz sicher nicht gegeben.

Über die Jahre gab es immer mal wieder Phase mit wenigen oder mehr Posts zu Technik, Musikvideos und Alltagskram. In meinen „Laufjahren“ gab es auch immer einen jährlichen Post zu den Kilometern des vergangenen Jahres (ich verlinke natürlich hier den Post mit dem besten Jahresergebnis).

Irgendwann habe ich wieder mit den Tagebuch-Blogs angefangen und unterschiedliche Themen aus meinem Alltag verbloggt. Diese Posts mag ich beim Stöbern in älteren Einträgen besonders gern, weil sie Erinnerungen an die Erlebnisse und Zeiten hervor holen. Überhaupt bringen mich viele alte Beiträge zum schmunzeln oder lassen ein „ach stimmt, so was das damals“ durch meine Gedanken ziehen. Das mag ich.

Einige Ideen sind enstanden und manche sind schnell wieder eingeschlafen, wie die glorreiche Serie „Eine Tasse Kaffee am Sonntag Morgen“, die nach einer Folge leider wieder eingeschlafen ist. Diese eine Folge über RSS-Feeds finde ich aber trotzdem sehr gelungen ;-)

Andere Dinge habe ich knallhart durchgezogen, es gab in jedem Jahr einen Weihnachtspost (ok, in 2011 nicht so richtig, aber da gab es immerhin einen zweiteiligen Weihnachts-Countdown mit Musik :-) ). 

Was ich besonders erwähnenswert finde ist, dass auch nach einer so langen Zeitspanne noch alle Inhalte inklusive der Kommentare noch immer ohne Probleme abgerufen, gelesen und durchsucht werden können. Nichts ist im Nirvana irgendeines Walled-Garden-Anbierters verloren gegangen oder kann aufgrund eines proprietären Formats nicht mehr gelesen werden. Und vielleicht ist auch eine Leserin oder ein Leser hier schon von Anfang an dabei und liest seit 20 Jahren mit.

Das Blog hat mich ein gutes Stück (fast die Hälfte) meines Lebens begleitet und wird es hoffentlich auch noch ein paar weitere Jährchen tun.

Wir lesen uns!

Serendipity 2.6.0

Das Blogsystem, das unter der Motorhaube dieses kleinen Lagerfeuers werkelt, hat ein Update erhalten und es gibt einige Neuheiten im Maschinenraum.

Neben der Kompatibilität zu PHP 8.4 gibt es einige Highlights:

  • Die Leistung des integrierten Cache-Systems wurde verbessert.
  • S9y-Blogs können jetzt auch Webmentions empfangen.
  • Für erhöhte Sicherheit kann man einen zweiten Faktor bei der Anmeldung am Backend aktivieren, momentan steht nur E-Mail als Option zur Verfügung.

Es gab zahlreiche weitere interne Optimierungen, auch einige der Kern-Themes wie Clean-Blog und Bootstrap4 wurden ebenfalls aktualisiert. 

Das Entwicklerteam ist klein und leistet viel Arbeit für dieses Projekt, ich bedanke mich ganz herzlich bei allen. Immerhin steht dieses Jahr hier noch ein rundes Jubiläum an (Spoiler) und Serendipity begleitet mich von Anfang an.

Alle technischen Details zum Update könnt ihr im Release-Statement auf GitHub nachlesen. Happy Blogging!

Serendipity 2.6-beta1

Es hat etwas länger gedauert, aber endlich gibt es eine neue Version der besten Blog-Engine der Welt! ;-)

Die Version 2.6 ist momentan noch im Beta-Status, es können also noch kleinere Fehler vorhanden sein, die wir in den nächsten Wochen durch fleißiges Testen noch ausmerzen werden. Dieses Blog nutzt die Beta bereits, wenn euch also irgendetwas auffällt oder nicht funtkioniert, meldet euch gern.

Ein großer Dank geht an Malte, der die Verion vorbereitet und released hat und wie immer auch viel Code beigetragen hat. In seinem Blogbeitrag zur 2.6-beta1 erfahrt ihr auch näheres über die großen und kleinen Neuheiten.

Neunzehn

Hier noch schnell bevor der Tag sich dem Ende entgegen neigt und ich auf der Couch versacke.

Heute vor neunzehn Jahren ist der erste Artikel hier auf meinem Blog erschienen. Ich hätte damals nicht gedacht, dass es ihn so lange geben würde. Eigentlich hatte ich keine bestimmten Erwartungen, wie viele „Computersachen“ habe ich den Hommel-Net Weblog einfach aufgesetzt, weil es mich gereitzt hat, so ein System aufzusetzen und zum Laufen zu bringen.

Es gab Zeiten, in denen ich viel geblogt habe und auch lange Strecken, in denen sich nichts getan hat. Die Themen haben gewechselt und ich habe neue Formate ausprobiert. Wenn ich rückblickend durch alte Artikel klicke bin ich froh über jede Erinnerung, die ein Text bei mir hervorruft und ich bin ein wenig traurig über die Lücken, in denen ich nichts lesen kann.

Ich bin auch dankbar für viele Menschen, die ich kennengelernt habe und denen ich ohne dieses kleine Lagerfeuer hier im Netz wahrscheinlich nie begegnet wäre.

Und so wird es auch die nächsten Jahre hoffentlich hier weiter gehen, mit wenig oder vielen Artikeln, wer weiß das schon.

Wir lesen uns.

TBB: Wochennotizen 09.02.-15.02.2025

Dann wollen wir mal die vergangene Woche ein wenig durchstrukturieren.

  • ?‍♂️ Es gab zwei Lauftermine, einmal zehn und einmal sechs Kilometer.
  • ? Das Bus-Experiment Mit-den-Öffis-ins-Büro geht weiter. Bis jetzt klappt es ganz gut, die zusätzliche Zeit verbringe ich momentan hauptsächlich mit Podcast hören.
  • ? Da sind wir dann auch schon beim nächsten Punkt. Ich habe die Folge 513 von Logbuch Netzpolitik gehört, beim Wartungsfenster-Podcast gab es eine Kaminzimmerrunde. Den größten Teil der Hörzeit hatte diese Woche eine Folge vom Zeit-Format „Alles gesagt“. Bei diesem Podcast gibt es jeweils einen Gast, der am Anfang ein Schlusswort festlegt. Die Aufnahme dauert dann so lange, bist der Gast das Wort sagt. Die von mir gehörte Folge mit der Schriftstellerin Eva Menasse dauerte über sieben Stunden.
  • ? Momentan lese ich das Buch „Werte“ von Maja Göpel.
  • ?️ Malte ist momentan sehr fleißig. ;-) Das von ihm geschriebene Serendipity-Plugin Lazytube ist jetzt über das offizielle Spartacus-Repository installierbar und macht aus einem eingebetteten Youtube Video zunächst nur ein Vorschaubild, erst nach dem ersten Anklicken wir das eigentliche Video angezeigt und der Player heruntergeladen. Das verkürzt die Ladezeiten und erhöht den Datenschutz. Das Plugin ist jetzt auch hier im Blog installiert.
  • ? Freitag und Samstag liefen die ersten beiden Teilen der Songauswahl für den ESC. Der „Chef“ Stefan Raab kümmert sich dieses Jahr persönlich drum. :-) Mal sehen, wie wir abschneiden. Ich habe die vierte Staffel von „Yellowstone“ angefangen und hatte nicht mehr auf dem Schirm, mit welchem Cliffhanger die letzte Staffel geendet hatte (mein Schweizer-Käse-Gedächtnis).
  • ?️ Die Seite „My Life In Weeks“ von Gina Trapani zeigt auf einer Seite die Lebensspanne der Autorin in Wochen unterteilt an. Über die „Wochen-Kästchen“ erfährt man Ereignisse, Wohnorte und Tätigkeiten. Ein interessantes Projekt.

Das wars für diese Woche, wir lesen uns.

Blogfragen - Ein Abend im Februar

Es war einer dieser typischen grauen Tage im Februar gewesen. Der Himmel war grau verhangen, die feuchte Kälte kroch in jede Ritze und es war früh dunkel geworden. Im Keller starben die Spinnen. Im Arbeitszimmer in ebendiesem Keller schien das Licht des Monitors blass auf den Schreibtisch und die Tastatur davor. Ein kleiner schwarzer Cursor blinkte auf einer ansonsten weißen Fläche auf dem Screen.

Er saß im schwarzen Drehstuhl, den er bei einem schwedischen Möbelhaus vor Jahren gekauft hatte und dachte nach. Warum hatte er ursprünglich mit dem Bloggen angefangen? Er konnte sich noch erinnern, dass es keinen besonderen Anlass gab. Zu dieser Zeit in 2006 war er in seinen dreißiger Jahren und neugierig, Dinge auszuprobieren. Er hatte einen dicken Wälzer über Webseitenprogrammierung gekauft und im hinteren Teil des Buches gab es Projekte für die Praxis. Eines dieser Projekte war das Aufsetzen eines „Weblogs“, wie es damals noch genannt wurde, gewesen. Die Blogosphäre nahm damals so richtig Fahrt auf und so war er in diesem Jahr unversehens zum Blogger geworden.

In diesen jetzt fast 19 Jahren war viel passiert, es gab aber eine Konstante. Diese Konstante war die Software, mit der sein Blog betrieben wurde. Auf die Frage, welche Platform er benutzt und warum er sich dafür entschieden hat, hätte er geantwortet: „Serendipity, die beste Blogsoftware der Welt." Der urprüngliche Grund für die Auswahl war damals der Workshop im Buch, aber schon bald fand er sich in einer kleinen aber sehr aktiven Community wieder, die sich mit der Plattform beschäftigte und eifrig bloggte. Man traf sich sogar über einige Jahre regelmäßig im Linuxhotel in Essen, um dort gemeinsam an der Software zu arbeiten. Viele nette Menschen hatte er damals im S9Y-Umfeld kennengelernt und viele begleiteten ihn noch bis zum heutigen Tag.

Es gab natürlich viele andere Blogsoftware-Projekte, die seine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Er überlegte, ob er schon auf anderen Plattformen gebloggt hatte. Sein kleines Lagerfeuer im Netz, wie er es liebevoll nannte, lief immer mit Serendipity und war gefühlt mit dieser Software groß geworden. Natürlich hatte er als Systemadministrator immer mal mit anderer Software zu tun, er hatte aber für seine Blogs nie eine andere Plattform ernsthaft genutzt.

So wie er jetzt vor dem Bildschirm saß und nach einem Anfang für einen Blogpost suchend auf den im Blog eingebauten Editor blickte, hatte er schon immer Blogposts geschrieben. Hatte er immer die Panel/Dashboard-Funktion seines Blogs genutzt, oder war auch mal ein anderes lokales Bearbeitungstool für ihn relevant gewesen? Er konnte sich an eine Zeit erinnern, in der er einen anderen Workflow für das Schreiben von Artikeln gehabt hatte, der zwar nerdig aber auch, aus der Retrospektive betrachtet, ziemlich umständlich war. Letztendlich war er wieder auf die bequeme Bearbeitung direkt im Backend zurück gekommen.

Manchmal war es aber auch verdammt hart, etwas zum Schreiben zu finden und dann auch noch einen Einstieg ins Thema zu finden. Am meisten zum Schreiben inspiriert war er, wenn er beim Laufen eine gute Idee für einen Blogpost hatte. Das Problem war nur, dass er natürlich dann nicht einfach loslegen konnte und die Idee, die während des Sports noch total gut geklungen hatte, nach einer Dusche und dem Abendessen auf einmal nicht mehr so toll erschien. Ein Problem war sicher auch, dass es ihm nicht lag, Texte im Entwurf liegen zu lassen und erst später zu veröffentlichen. „Was raus muss, muss sofort raus“, war sein Motto beim Bloggen.

Der Mauszeiger wanderte nach oben auf die Browser-Tabs. Mit einem Klick war er aus der Erfassungsmaske für den neuen Blogpost auf die Übersichteseite seines Blogs gelangt und scrollte ein wenig durch ältere Texte. Im Rückblick fand es es immer wieder interessant, über welche Themen er schon geschrieben hatte. Am Anfang hatte er noch viel über lustige berufliche Situationen im IT-Support bei Gringotts geschrieben, die ihn auch heute noch manchmals schmunzeln ließen. Viele Texte befassten sich auch mit Linux-Themen, mit dem Blog und Serendipity selbst oder anderen technischen Themen. Es gab aber auch immer mal Zeiträume, in denen er klassisches Tagebuchbloggen ausprobiert hatte. Wenn er sich von Zeit zu Zeit durch diese Texte las, fragte er sich oft, für wen er da eigentlich geschrieben hatte. Denn gerade die Tagebuch-Einträge waren vor allem für ihn selbst wichtig, sie weckten Erinnerungen. In den 19 Jahren des Blogs hatte er so einige Artikel geschrieben und es viel ihm schwer, sich auf einen Lieblingsbeitrag festzulegen.

Sein Blick wanderte auf die Statistiken des Blogs. An der Anzahl der Einträge pro Jahr konnte er gut erkennen, dass er nicht immer regelmäßig gebloggt hatte. Immer mal hatte es Blogpausen gegeben, in denen er einfach keine Motivation hatte, Beiträge zu verfassen. Ein kleines Nebenblog, dass er in englischer Sprache zum Promoten von Neuigkeiten zu Serendipity aufgesetzt hatte, wurde wieder aufgegeben. Trotzdem war sein Blog immer die Zentrale seiner Internetaktivitäten geblieben.

Seufzend klickte er auf den Browsertab mit dem Blog-Editor zurück. Er musste langsam einen Anfang finden, sonst würde das mit dem Blogpost heute Abend nichts mehr werden. Machte es überhaupt noch Sinn, in der heutigen Zeit einen Blog zu haben, wo es doch so etwas wie „soziale Medien“ gab, wo man einfach Inhalte veröffentlichen konnte. Er würde Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen, trotzdem dazu raten, sich die Mühe zu machen und eine eigene Webseite einzurichten, anstatt sich an einen der großen Tech-Riesen zu binden. Ein Platz im Netz zu haben, an dem man selbst über Inhalte bestimmen kann und der frei zugänglich für alle ist, die es lesen wollen, war in den stürmischen Zeiten, die aufzogen, von unschätzbarem Wert.

Wie so oft, wenn er Probleme hatte, den richtigen Einstieg ins Schreiben zu finden, machte sich der Computer-Nerd in seinem Gehirn bemerkbar und unterbreitete seine Zukunftspläne: „Könnten wir nicht, anstatt zu schreiben, das Blog auf einen Static-Site-Generator umstellen? Das wär doch cool und ist ja auch total angesagt zur Zeit. Oder einfach mal an der Optik arbeiten? Wir könnten ja mal ein eigenes Template schreiben, das schön minimalistisch daherkommt, oder?“ Er zwang sich, die Stimme in seinem Kopf zum Schweigen zu bringen. Natürlich hatte der Betrieb seines Blogs immer schon auch den Aspekt gehabt, sich mit der Technik dahinter auseinander zu setzten. Diese sollte aber auch nicht zum Selbstzweck werden. Die Inhalte des Blogs sollten weiterhin im Vordergrund stehen.

Er atmete tief durch. Mit Daumen und Zeigefinger schnippste er eine tote Spinne vom Schreibtisch, die neben der Kaffeetasse lag. Dann legte er die Finger auf die Tastatur und fing an, die ersten Worte zu tippen: „Es war einer dieser typischen grauen Tage im Februar gewesen. Der Himmel war grau verhangen, die feuchte Kälte kroch in jede Ritze und es war früh dunkel geworden. Im Keller starben die Spinnen."

Dieser Text ist ein Beitrag zur Blogparade #Blogfragen von Jansens-Pott.

 

Serendipity 2.5.0

Serendipity - auch kurz S9Y - ist das Stück Opensource Software, mit dem dieser kleine Ort hier im Internet seit April 2006 betrieben wird. Und so ist es mir eine Pflicht aber auch ein Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass in der letzten Woche die Version 2.5.0 der besten Blog-Engine der Welt erschienen ist.

Das Hauptaugenmerk der neuen Version liegt in der Unterstützung von PHP8.2, im Hintergrund wurden aber auch viele Bibliotheken und Abhängigkeiten aktualisiert. Vielen Dank an alle Entwickler, die dieses kleine Softwareprojekt immer noch unterstützen und dazu beitragen. Happy blogging!

Eine Tasse Kaffee am Sonntagmorgen 001

Am Sonntag bin ich morgens immer etwas früher wach als der Rest der Familie (ob das schon an diesem Alter liegt?). Mit einer Tasse Kaffee sitze ich dann oft am Rechner, stöbert im Internet und manchmal kommt dann im koffein-gefluteten Gehirn ein Thema vorbei, über dass man etwas sagen möchte.

Dafür ist diese Rubrik jetzt hier und ihr müsst mit mir zusammen da durch.

Also legen wir los.

Über gekürzte RSS-Feeds

Als ich im April 2006 hier mit meinem Blog gestartet bin, war die “Blogosphäre” noch übersichtlich. Alles war etwas kleiner und gefühlt privater. Es gehörte dazu, eine “Blogroll” mit seinen Lieblings-Blogs in der Seitenleiste zu haben und über Verlinkungen fand man andere interessante Blogs.

Die ersten Blog-Verzeichnisse kamen auf, in denen man seinen Blog eintragen konnte und so entstanden nach Themen kategorisierte Verzeichnisse.

Irgendwann wurde es trotzdem schwer, auf allen Seiten die neuen Blogbeiträge im Auge zu behalten und seit dieser Zeit nutze ich RSS-Feeds, um Neuigkeiten im Netz zu verfolgen.

Ein RSS-Feed ist eine XML-Datei, die die Inhalte einer Webseite in einem genormten Format enthält und die man mit einem sogenannten RSS-Reader abonnieren kann. Der Reader ruft diese Datei in regelmäßigen Abständen ab und stellt die Inhalte hübsch aufbereitet dar. Auf diese Weise sieht man an einer zentralen Stelle Neuerungen auf den abonnierten Seiten. Im Prinzip kann man solch einen RSS-Feed auf beliebigen Internetseiten anbieten, sie sind jedoch besonders sinnvoll auf Nachrichten-Seiten und eben auf Blogs. Die folgenden Gedanken sind daher eher auf diese Spezies von Webseiten bezogen.

Ja, RSS-Feeds sind immer noch ein Ding und ein paar von uns nutzen sie immer noch intensiv. Leider ist es etwas aus der Mode gekommen, auf seiner Seite einen solchen Feed anzubieten. Auf vielen Blogs (oder Nachrichten-Seiten) findet man keinen Link oder Hinweis mehr auf einen RSS-Feed. Mit diversen Browsererweiterungen kann man diese Feeds aber immer noch finden und abonnieren.

In der letzten Zeit habe ich einige neue Blogs gefunden und in meinen Feedreader aufgenommen. Dabei stelle ich fest, das immer mehr Blogger zwar einen Feed zur Verfügung stellen, dieser aber gekü rzt wird. Das bedeutet, ich sehe im Reader immer nur einen Artikelteaser oder die ersten Sätze des Artikels und muss, um den Beitrag vollständig zu lesen, über einen Link auf die Webseite des Blogs wechseln.

Auch einige Blogs, die schon länger in meinem Feedreader liegen, haben in den letzten Monaten von einem Volltext- auf einen gekürzten Feed umgestellt.

Das nervt mich. Ich kann nicht mehr einfach die Beiträge im Reader durchlesen. Ich muss anhand des angebotenen Schnipsels entscheiden, ob ich den Beitrag weiter lesen möchte und dann über den Link auf die jeweilige Webseite wechseln. Manchmal stellt sich dann nach ein paar weiteren Sätzen heraus, dass das Thema doch nicht so meins ist.

Es gibt natürlich ein paar Gründe dafür, den RSS-Feed gekürzt anzubieten. Seiten, die sich über Werbeanzeigen finanzieren, also nicht nur ein reines Hobby-Projekt sind, haben das Problem, dass ein Artikel, der über RSS gelesen wird, keine Klickzahlen bringt. Also gehen hier Einnahmen verloren, wenn auf der Seite Anzeigen geschaltet sind, die nach Views oder Klicks bezahlt werden.

Es ist auch schwer, RSS-Leser in Statistiken zu erfassen. Die Anzahl der Besucher und auch die Frage, welche Inhalte am meisten gelesen werden, ist schwer zu messen. Auch hier besteht ein Vorteil, wenn die Leserin aus dem Feedreader zum Lesen des ganzen Artikels auf die Seite kommt.

Der Betreiber einer Webseite hat sich bei der Erstellung (hoffentlich) auch Gedanken gemacht, wie sie oder er ihre/seine Inhalte optisch präsentiert. Die Gestaltung der Seite unterstützt auch die Inhalte, die ich vermitteln möchte. Auch kann man Mehrwerte für seine Leser über zusätzliche Informationen und Links auf seiner Webseite anbieten, die im Feedreader so nicht zu sehen sind.

Eine Besonderheit bei Blogs ist die Kommentarfunktion, über die Bloggerinnen und Blogger mit den Lesern in Kontakt treten und über die Beiträge diskutieren können. Viele Blogs haben die Kommentarfunktion allerdings nicht mehr aktiv und verschieben die Diskussion eher auf die sozialen Medien. (Das wäre ein Thema für eine andere Tasse Kaffee an einem anderen Sonntagmorgen.) Im Feedreader sehe ich nicht, ob es eine Kommentarfunktion gibt und muss zunächst auf die Seite wechseln.

Ich kann also verstehen, warum ihr das mit den gekürzten Feeds macht. Ich habe aber bei mir festgestellt, dass ich bei den Blogs mit den gekürzten Feeds weniger Artikel komplett lese. Beim Scrollen durch die Artikel bin ich eher geneigt, einen Artikel als gelesen zu markieren, wenn mich eine Überschrift oder die ersten Sätze nicht sofort packen. Bei vollständigen Artikel im Reader lese ich eher den ganzen Beitrag oder überfliege ihn zumindest.

Ich würde mich freuen, wenn ihr als Blogger eure Feeds nicht kürzt. Das erleichtert die Zugänglichkeit zu euren Inhalten und ich würde (gefühlt) mehr eurer Beiträge ganz lesen. Und zum Kommentieren komme ich dann auch gern rüber.

Ein technischer Anhang: Mittlerweile kann man in vielen Feedreadern Einstellungen vornehmen, die anstatt des gekürzten RSS-Feeds den ganzen Inhalt der Webseite abrufen und entsprechend darstellen. Es gibt auch Dienste, die für Seiten einen RSS-Feed bereitstellen, die eigentlich gar keinen solchen anbieten. Das ist aber für technisch nicht so affine Personen eine Hürde und außerdem würde es ja mein oben geschriebenes Jammern obsolet machen. :-)

Serendipity 2.4.0 erschienen

Nach so langer Zeit wieder ein Blogeintrag hier und dann ist es natürlich ein Meta-Beitrag über die hier betriebene beste Blogsoftware der Welt. ;-)

Nach einer sehr langen Beta-Phase haben wir am vergangenen Wochenende die stabile Version von Serendipity 2.4.0 released. Schwerpunkt dieser Version ist die PHP8-Kompatibiltät der Kernsoftware. Da am 27.11.2022 die Unterstützung für PHP7 endet, stellen einige Hostingprovider auf PHP8 um, hierfür ist das Update von Serendipity dringend nötig.

Für weitere Informationen geht es hier zum Release-Blogeintrag.

Anfangen

Ganz schön ruhig hier.

Im Januar sah es ja noch ganz gut aus, ich habe einige Blogposts hier veröffentlicht und auch im Februar kamen noch einige hinzu. Dann aber wurde es still hier am kleinen Lagerfeuer. Und ich kann noch nicht mal so genau sagen, woran es gelegen hat.

Es gab größere Veränderungen in meinem beruflichen Umfeld. Wer von euch immer mal den BuzzZoom-Podcast hört, hat wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich im April den Job gewechselt habe. Das war natürlich aufregend und anstrengend und hat mir wenig Zeit gelassen, hier noch einigermaßen regelmäßig zu schreiben. Und auch nach ein paar Wochen, als sich alles etwas eingespielt hatte, war die Motivation, etwas zu schreiben, nicht sehr groß.

In den letzten Tagen habe ich immer mal wieder gedacht: “Komm, jetzt schreib ich mal wieder was ins Blog rein.” Das schwierige war aber, einfach mal damit anzufangen. Was uns zur Überschrift dieses Posts bringt. Bei mir ist es sehr häufig so, dass ich viel Energie brauche, mit etwas anzufangen. Danach läuft es dann meistens “wie von selbst”.

Jetzt nutze ich also den frühen Sonntag Morgen (ja, ja, ich weiß, senile Bettflucht) und mühe mich an diesen paar Worten ab. Ich bin echt eingerostet. Aber es ist ein Anfang und vielleicht läuft es jetzt ja wieder hier. Außerdem soll es ja Leute geben, die Blogs aus ihrem Feedreader werfen, wenn man längere Zeit nichts postet. Das hätte ich dann hiermit auch verhindert. ;-)